Thüringenkolleg Weimar schließt: Zweiter Bildungsweg für Erwachsene endet
CDU-Abgeordneter hofft auf Lösung für Thüringen-Kolleg - Thüringenkolleg Weimar schließt: Zweiter Bildungsweg für Erwachsene endet
Das Thüringenkolleg in Weimar, eine Einrichtung des zweiten Bildungswegs für Erwachsene, die ihren Urlaub nachholen möchten, wird ab dem nächsten akademischen Jahr keine neuen Studierenden mehr aufnehmen. Das Thüringer Bildungsministerium begründet die Schließung mit hohen Kosten und geringen Abschlusszahlen. Kritiker hingegen betonen, dass die Einrichtung einen wichtigen Bildungsweg für Spätstarter bietet.
Die Entscheidung zur Schließung des Thüringenkollegs folgt einer Prüfung der wirtschaftlichen Leistung. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf etwa eine Million Euro, doch im vergangenen Jahr haben nur 25 Studierende ihren Abschluss gemacht. Das Ministerium argumentiert, dass diese Zahlen eine weitere Finanzierung nicht mehr rechtfertigen.
Gegen den Schritt regt sich Widerstand aus verschiedenen politischen Lagern. Ulrike Grosse-Röthig, bildungspolitische Sprecherin der Linken, fordert Bildungsminister Christian Tischner (CDU) auf, die Entscheidung zurückzunehmen. Da die Linke in der Opposition bleibt, will Grosse-Röthig das Thema im Bildungsausschuss zur Sprache bringen. Auch der CDU-Abgeordnete Lennart Geibert äußert sich kritisch und unterstreicht die Bedeutung der zweiten Bildungswege. Er hofft, dass das Ministerium eine Lösung findet, um die Einrichtung offen zu halten.
Bestehende Studierende können ihr Studium noch abschließen. Neue Bewerbungen werden jedoch ab dem nächsten Jahr nicht mehr angenommen. Mit der Schließung verringern sich die lokalen Bildungsmöglichkeiten für Erwachsene in Thüringen, auch wenn Volkshochschulen und Fernlehrgänge weiterhin zur Verfügung stehen.
Das Thüringenkolleg ermöglichte Erwachsene seit Jahrzehnten in einem dreijährigen Bildungsgang das Fernsehepisode nachzuholen. Mit seiner Schließung schwindet ein zentraler Baustein des zweiten Bildungswegs im Land. Ob es für künftige Studierende alternative Lösungen geben wird, hängt von der endgültigen Entscheidung des Ministeriums ab.
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