Bundeswehr reformiert Fallschirmjäger nach Skandalen bis April radikal neu
Führen in Herausfordernden Zeiten - Bundeswehr reformiert Fallschirmjäger nach Skandalen bis April radikal neu
Bundeswehr startet große Reform der Fallschirmjäger in Zweibrücken nach Skandalserie
Nach einer Reihe von Skandalen hat die Bundeswehr eine umfassende Reform der Fallschirmjäger in Zweibrücken eingeleitet. Berichte über sexuelles Fehlverhalten, Drogenmissbrauch und rechtsextreme Tendenzen innerhalb des Fallschirmjägerregiments 26 hatten die Neuaufstellung ausgelöst. Die militärische Führung strebt nun bis Anfang April eine glaubwürdige Aufarbeitung und einen Neuanfang an.
Die Ermittlungen führten bereits zu zehn Entlassungen, in 19 weiteren Fällen laufen derzeit Entlassungsverfahren. Oberst Martin Holle, der im vergangenen Herbst das Kommando übernahm, betont die Notwendigkeit strengerer Ausbildungsstandards, um Extremismus, Drogenkonsum und Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu bekämpfen. Seine 25-jährige Karriere umfasst Einsätze in Afghanistan sowie Stationierungen in den USA, Brüssel und Berlin.
Der Inspekteur des Heeres hat ein Maßnahmenpaket mit vier Schwerpunkten vorgelegt: Kontrollbesuche, strukturelle Reformen, Prävention und Anpassungen der Laufbahnplanung. Noch in dieser Woche findet ein kleineres Training mit rund zwei Dutzend Soldaten statt, unabhängig vom Gesamtkonzept. Parallel wird die Führungsebene vierteljährlich den Stand der Umsetzung prüfen, bis Ende des Jahres eine umfassende Bewertung erfolgt.
Im Dezember war der Skandal erneut aufgeflammt, als zwei bewaffnete Soldaten an einem Wehrwerbestand auf einem Weihnachtsmarkt auftauchten und unerwünschte Aufmerksamkeit erregten. Die Behörden gehen davon aus, dass die meisten Probleme bis Ostern – und damit zu Beginn des zweiten Quartals – behoben sein werden.
Ziel der Reformen ist es, das Vertrauen in die Fallschirmjägertruppe nach den schweren Vorwürfen wiederherzustellen. Mit laufenden Entlassungen und neuen Ausbildungsmaßnahmen will die Bundeswehr den Prozess bis Anfang April abschließen. Eine abschließende Bewertung der Maßnahmen steht dann zum Jahresende an.
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