Rezepturfehler kostet Apotheke 400 Euro – Streit mit der Techniker Krankenkasse
Rezepturfehler kostet Apotheke 400 Euro – Streit mit der Techniker Krankenkasse
Eine Apotheke in Deutschland steht vor einem finanziellen Verlust von knapp 400 Euro, nachdem ein Rezepturfehler den Inhaber mit zusätzlichen Medikamentenkosten belastete. Der Vorfall ereignete sich, als einem Patienten für ein Schmerzmittel aufgrund geänderter Erstattungsregeln 380 Euro extra in Rechnung gestellt wurden.
Der Apotheker, der ohnehin bereits mit separaten Fällen gefälschter Rezepte zu kämpfen hat, sieht sich nun in einem Streit mit einer Techniker Krankenkasse über die Rückforderungsanforderung.
Das Problem begann, als ein Rezept für Palexia (Wirkstoff: Tapentadol) mit dem Aut-idem-Vermerk versehen war, der rechtlich die Abgabe des exakten Markenmedikaments vorschreibt. Normalerweise dürfen Apotheken günstigere Generika abgeben, doch dieser Vermerk verhinderte das. Der festgelegte Erstattungssatz für Palexia war 2023 gemäß den Vorschriften des AMNOG-Gesetzes und § 35 SGB V bei 0,68 Euro pro Tagesdosis geblieben. Allerdings waren die tatsächlichen Kosten des Medikaments gestiegen, wodurch eine Deckungslücke entstand.
Der Apotheker gab das Medikament wie verordnet ab, stellte jedoch später fest, dass der Aut-idem-Vermerk die gesetzliche Regelung außer Kraft setzte, die zusätzliche Kosten an die Techniker Krankenkasse weiterbelasten würde. Der behandelnde Arzt hätte dies vermeiden können, indem er den Vermerk entfernt hätte. Doch durch das Versehen musste die Apotheke die Differenz tragen. Die Techniker Krankenkasse weigerte sich, die zusätzlichen 380 Euro zu erstatten, und forderte knapp 400 Euro zurück.
Der Apotheker legte Widerspruch ein und argumentierte, dass die hohe Anzahl an Rezepten es schwierig mache, jede Unregelmäßigkeit zu erkennen. Der Deutsche Apothekerverband bestätigte jedoch, dass die Rückforderung korrekt sei, da keine Rabattvertragspflicht vorlag. Gleichzeitig bearbeitet der Apotheker zwei weitere Fälle gefälschter Rezepte, die zusätzliche Verluste von 500 Euro verursachen.
Der Vorfall zeigt die Herausforderungen, vor denen Apotheken stehen, wenn sie strenge Rezeptvorschriften mit finanziellen Risiken in Einklang bringen müssen. Selbst kleine Fehler können zu erheblichen Rückforderungen führen und die Inhaber mit den Kosten belasten.
Die Apotheke muss nun die bestätigte Rückforderung von knapp 400 Euro tragen, nachdem der Widerspruch abgelehnt wurde. Der Vorfall verschärft die finanzielle Belastung durch die gefälschten Rezepte, sodass sich die Gesamtverluste auf etwa 900 Euro summieren. Der Apotheker bleibt damit gefordert, die Komplexität der Rezeptvorschriften zu bewältigen, während er gleichzeitig den täglichen Betrieb aufrechterhält.
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