Streit um Apothekengesetz: Wer zahlt die Zeche für höhere Standards?

Elias Lehmann
Elias Lehmann
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Ein Plakat mit Text über Preisunterschiede von Arzneimitteln im Jahr 2022, darunter ein paar Flaschen und eine Spritze.Elias Lehmann

Streit um Apothekengesetz: Wer zahlt die Zeche für höhere Standards?

Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags berät derzeit das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Der Gesetzentwurf hat unter Führungskräften im Gesundheitswesen eine kontroverse Debatte ausgelöst – mit unterschiedlichen Positionen zu Kosten, Berufsstandards und regulatorischen Änderungen.

Thomas Preis, Präsident der Bundesapothekerkammer (ABDA), begrüßte Pläne, die Festgebühr für Apotheken über eine begleitende Verordnung anzuheben. Andere Experten warnen jedoch vor finanziellen und betrieblichen Herausforderungen durch diesen Schritt.

Preis verwies auf einen kontinuierlichen Rückgang der Apothekenzahlen in den vergangenen 13 Jahren. Er forderte rasches Handeln, um weitere Schließungen zu verhindern, und betonte die Risiken einer "Entprofessionalisierung" – etwa den Betrieb von Apotheken ohne approbierte Apotheker oder vor-Ort-Labore.

Markus Grunenberg vom GKV-Spitzenverband, dem Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, warnte, dass eine Erhöhung der Festgebühr die Steuerzahler rund eine Milliarde Euro kosten werde. Ulrich Langenberg von der Bundesärztekammer (BÄK) lehnte hingegen Pläne ab, verschreibungspflichtige Medikamente rezeptfrei abzugeben.

Dr. Stefan Hartmann vom Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) forderte eine Neuausrichtung der Regulierung für Rezepturtaxen. Anja Zierath vom Bundesverband der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (BVpta) lehnte Vorschläge zur Apothekenvertretung ohne zusätzliche Qualifizierung ab – dies könnte die Berufsstandards untergraben.

Bork Bretthauer von Pro Generika betonte, dass die Versorgung mit Biosimilars stabil bleibe, forderte aber ein Verbot von Exklusivverträgen. Thomas Porstner vom Phagro-Großhandelsverband verlangte strengere Kontrollen von Logistikdienstleistern, um die Einhaltung von Lager- und Transportvorschriften für Arzneimittel zu gewährleisten.

Die Diskussionen um das ApoVWG offenbaren tiefe Gräben bei Fragen der Finanzierung, beruflichen Aufsicht und Marktregulierung. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte es Apothekenbetriebe, Erstattungsstrukturen und den Patientenzugang zu Medikamenten grundlegend verändern. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Gesundheitsausschuss und den politischen Entscheidungsträgern.

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