Wasserstoff-Offensive scheitert: Milliardenförderung bleibt ungenutzt und Projekte fallen aus
Anna KrauseWasserstoff-Offensive scheitert: Milliardenförderung bleibt ungenutzt und Projekte fallen aus
Deutschlands Wasserstoff-Offensive stockt trotz ehrgeiziger Pläne
Die Bemühungen Deutschlands, Wasserstoff als Energieträger zu etablieren, haben schwere Rückschläge erlitten. Milliarden an Subventionen für Tankstellen, Forschung und Infrastruktur blieben weitgehend ungenutzt. Geringe Nachfrage und hohe Kosten ließen viele Projekte unvollendet oder wurden ganz aufgegeben.
Die Bundesregierung treibt zwar den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes voran, das vor allem industrielle Abnehmer bedienen soll. Doch die Pläne, Wasserstoff im Verkehrssektor und zur Wärmeversorgung einzusetzen, kommen nur schleppend voran. Zwischen 2018 und 2025 wurden von den 61 Millionen Euro, die für Wasserstofftankstellen vorgesehen waren, lediglich 16,3 Millionen tatsächlich ausgegeben. Empfänger gaben sogar 9 Millionen Euro an ungenutzten Fördermitteln zurück, nachdem Projekte nicht zustande kamen.
Das Tankstellenprogramm wurde inzwischen eingestellt – mit deutlich geringeren Ergebnissen als erhofft. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hatte 100 Wasserstofftankstellen angestrebt, doch nur 20 wurden gebaut. Ähnlich verhält es sich im bayerischen Energieforschungsprogramm: Bis 2025 wurden zwar über die Hälfte der 142 Millionen Euro an Forschungsgeldern abgerufen. Von den knapp 120 Millionen Euro, die für den Bau von Elektrolyseuren vorgesehen waren, flossen jedoch nur 4,1 Millionen bis zum Stichtag.
Experten warnen, dass Wasserstoff angesichts hoher Produktionskosten kaum zum Massenbrennstoff für Autos oder Heizungen werden dürfte. Selbst bei heimischen Anstrengungen bliebe Deutschland auf Importe angewiesen – ähnlich wie bei Erdgas.
Die zögerliche Inanspruchnahme der Wasserstoffförderung offenbart die Kluft zwischen politischen Zielen und Marktrealität. Da die meisten Subventionen ungenutzt blieben und zentrale Programme ausliefen, bleibt die Zukunft von Wasserstoff im Verkehr und bei der Wärmeversorgung ungewiss. Vorerst konzentriert sich die Strategie auf industrielle Anwendungen.






