05 April 2026, 10:08

Polen deckelt Spritpreise – und löst Tank-Tourismus aus Nachbarländern aus

Alte Karte Polens mit roter Linie und handgeschriebenem Text auf vergilbtem Papier.

Polen deckelt Spritpreise – und löst Tank-Tourismus aus Nachbarländern aus

Polen hat strenge Preisobergrenzen für Benzin und Diesel eingeführt, um die steigenden Spritkosten einzudämmen. Die Maßnahme erfolgt als Reaktion der Regierung auf den globalen Ölpreeisanstieg, der mit dem Iran-Konflikt in Verbindung steht. Bereits jetzt haben sich an den Grenzübergängen lange Schlangen gebildet, da Autofahrer aus den Nachbarländern die günstigeren Preise nutzen wollen.

Die neuen Regelungen, die seit Dienstag in Kraft sind, legen Höchstpreise von 6,16 Złoty (1,44 Euro) pro Liter für Normalbenzin, 6,76 Złoty (1,58 Euro) für Superbenzin und 7,60 Złoty (1,77 Euro) für Diesel fest. Die Regierung will damit die Preise stabilisieren und für mehr Transparenz sorgen – nach dem Vorbild Österreichs. Die Mitte-links-Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk hofft, dass die Deckelung die wirtschaftliche Belastung für Autofahrer verringert.

Besonders deutsche Autofahrer dürften in großer Zahl die Grenze überqueren, um günstiger zu tanken. Der Mineralölwirtschaftsverband in Deutschland warnt vor einem Anstieg des sogenannten "Sprit-Tourismus"; Tankstellen in Grenznähe melden bereits eine starke Nachfrage. Auch Deutschland führte am Mittwoch eine eigene Preisfestlegung ein: Tankstellen dürfen die Preise nun nur noch einmal täglich, mittags, anheben.

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Lokale Behörden an der Grenze bereiten sich auf Verkehrsstaus vor. Ein Sprecher Frankfurts (Oder) rechnet während der Osterfeiertage mit erhöhtem Verkehrsaufkommen, da viele Autofahrer Urlaubsreisen mit günstigen Tankstopps verbinden. Polnische Tankstellen an den Grenzübergängen verzeichnen Warteschlangen, die sich über Stunden erstrecken – viele deutsche Pendler unternehmen die Fahrt, um Geld zu sparen.

Die Preisdeckel in Polen haben sofort eine Preislücke zu den Nachbarländern geschaffen und ziehen Scharen ausländischer Autofahrer an. Da auch Deutschland nun strengere Preisregeln hat, könnten die kommenden Tage noch mehr Verkehr an den Grenzübergängen mit sich bringen. Die Maßnahmen gelten vorerst auf unbestimmte Zeit und halten die Nachfrage nach Sprit sowie die Verkehrsströme in Bewegung.

Quelle