Neues Online-Portal enthüllt historische Dokumente zu rechtsextremen Strömungen in Deutschland
Jakob KrausNeues Online-Portal enthüllt historische Dokumente zu rechtsextremen Strömungen in Deutschland
Ein neues Online-Portal bietet ab sofort kostenlosen Zugang zu historischen Dokumenten über rechtsextreme Strömungen in Deutschland. Die Plattform umfasst den Zeitraum von 1945 bis 2000 und stellt Originalquellen für Forscher, Schulen und die politische Bildung bereit. Über 30 Expertinnen und Experten haben die Materialien systematisiert und aufbereitet.
Das unter radikale-rechte.de abrufbare Portal sammelt Propagandatexte, gewaltverherrlichende Schriften und gezielt an junge Zielgruppen gerichtete Unterlagen. Ziel ist es, die Entwicklung rechtsextremer Strategien über Jahrzehnte hinweg nachzuzeichnen. Die Historiker Frank Bösch und Gideon Botsch leiten das Projekt und garantieren durch wissenschaftliche Sorgfalt die fundierte Auswahl und Kommentierung der Dokumente.
Die annotierten Quellen verdeutlichen Wandlungen in der extremistischen Rhetorik und bei den Rekrutierungsmethoden. Zwar liegt der Schwerpunkt auf der Nachkriegszeit bis zum Jahr 2000, doch bietet das Portal nicht ausreichend historischen Kontext, um diese Vorgehensweisen mit späteren Entwicklungen zu vergleichen. Aktuelle Themen wie die Radikalisierung in sozialen Medien oder die NSU-Mordserie (2000–2007) werden zwar separat dokumentiert, aber nicht im Zusammenhang mit früheren Phasen analysiert.
Die Plattform dient als Instrument, um die Wurzeln moderner rechtsextremer Bewegungen zu verstehen. Lehrkräfte, Historikerinnen und Historiker sowie die interessierte Öffentlichkeit können nun direkt auf Primärquellen zugreifen. Mit dem Start des Portals wird ein wichtiger Schritt getan, um die historische Extremismusforschung transparenter und zugänglicher zu gestalten.






