IHK Halle-Dessau stellt Forderungen für Sachsen-Anhalts Wirtschaft vor der Landtagswahl 2026
Jakob KrausIHK Halle-Dessau stellt Forderungen für Sachsen-Anhalts Wirtschaft vor der Landtagswahl 2026
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau hat vor der Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt ihre politischen Forderungen veröffentlicht. In einem am 25. März verabschiedeten Positionspapier benennt die Kammer zentrale Prioritäten für die regionale Wirtschaft, verzichtet jedoch auf konkrete Maßnahmen, die sich in anderen Bundesländern bereits bewährt haben.
Das Dokument behandelt den Fachkräftemangel, die Energiesicherheit, den Bürokratieabbau sowie den Außenhandel – Themen, die die anstehende Wahlkampfdiskussion prägen sollen.
Besonders dringlich ist für die IHK eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung. Gefordert werden technologische Neutralität in der Energiepolitik, der Erhalt von Industrieflächen sowie die Zukunftssicherung des Kraftwerks Schkopau. Zudem sollen der Ausbau der Energieinfrastruktur, der vorantreibende Wasserstoffstrategie ohne technische Einschränkungen und die Ermöglichung von CO₂-Abscheidung und -Speicherung Priorität erhalten.
Beim Bürokratieabbau verlangt die Kammer eine systematische Überprüfung von Verwaltungsaufgaben und klarere Gesetzestexte. Vorgeschlagen werden vereinfachte Verfahren für Unternehmen, langfristige Finanzierungssicherheit sowie schnellere Genehmigungen für Infrastrukturprojekte. Zudem soll der Investitionsstau in Verkehr, digitale Netze und Versorgungsleistungen abgebaut werden.
Im Bereich Fachkräfte setzt die IHK auf eine bessere Ausschöpfung des bestehenden Potenzials – etwa durch strengere Arbeitsanforderungen für erwerbsfähige Personen und eine verbesserte Berufsorientierung. Konkrete Lösungsansätze, wie sie in anderen Bundesländern bereits erprobt wurden, bleiben jedoch unerwähnt. Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) sollen durch maßgeschneiderte Förderprogramme, einen stärkeren Technologietransfer und innovationsfreundliche Hilfen – ohne Bevorzugung bestimmter Technologien – unterstützt werden.
Die IHK wird die Forderungen nun in den Dialog mit Parteien, Kandidat:innen und der Öffentlichkeit einbringen, um die wirtschaftlichen Prioritäten in die Wahldebatte zu integrieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Internationalisierung: Gefordert werden mehr Offenheit, diplomatische Initiativen und freier Handel, um Unternehmen den Zugang zu neuen Märkten zu erleichtern.
Das Positionspapier skizziert übergeordnete wirtschaftspolitische Ziele für die künftige Landesregierung in Sachsen-Anhalt – von der Energiesicherheit über weniger Bürokratie bis hin zu besserer KMU- und Fachkräfteförderung. Bis zur Wahl 2026 will die IHK das Dokument als Grundlage für Gespräche mit Politiker:innen und Wähler:innen nutzen.






