08 April 2026, 00:12

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Wie Denkmäler die Erinnerung prägen

Eine Straße mit einem Holocaust-Denkmal in der Mitte, umgeben von einem Metallzaun, umgeben von Grün, Häusern, einem Straßenpfahl und einem bewölkten Himmel.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Wie Denkmäler die Erinnerung prägen

Zwei Statuen, tausende Kilometer voneinander entfernt, stehen heute als stumme Zeugen der Geschichte. In Brandenburg erinnert eine Stahlfigur einer Frau an die Opfer von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs. Unterdessen wurde in Washington D.C. eine Statue von Christoph Kolumbus in der Nähe des Weißen Hauses aufgestellt – mitten in den anhaltenden Debatten über historische Erinnerung und rassistische Gerechtigkeit.

Die Brandenburger Statue wurde 2018 auf Initiative des Bruders von Jutta Baumwoll errichtet. Sie war vom Gut Neuendorf im Sande nach Auschwitz deportiert und dort ermordet worden. Die Figur steht nun am Eingang des Guts und dient als Ort des Gedenkens. Anwohner versammeln sich dort jedes Jahr am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai). Die Skulptur, die im Frühlingslicht leise glänzt, zieht auch Radfahrer und Geocaching-Enthusiasten an.

Auf der anderen Seite des Atlantiks ordnete der damalige US-Präsident Donald Trump die Aufstellung einer Christoph-Kolumbus-Statue in der Nähe des Weißen Hauses an. Sie wurde an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building platziert – in einer Zeit intensiver nationaler Auseinandersetzung. Der Schritt erfolgte nach landesweiten Protesten der Black-Lives-Matter-Bewegung, die die Entfernung von Denkmälern forderte, die mit Kolonialismus und Unterdrückung verbunden sind. Italienisch-amerikanische Organisationen unterstützten Trumps Entscheidung öffentlich und deuteten sie als Verteidigung des kulturellen Erbes.

Beide Statuen, trotz ihrer völlig unterschiedlichen Bedeutung, spiegeln den Kampf um die Erinnerung wider. Das Brandenburger Denkmal sorgt dafür, dass ein vergessenes Kapitel der deutschen Geschichte sichtbar bleibt. Die Kolumbus-Statue hingegen wurde zu einer politischen Aussage in einem gespaltenen Amerika.

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Die Brandenburger Skulptur zieht weiterhin Besucher an und steht für das lokale Engagement für Erinnerungskultur. In Washington bleibt die Kolumbus-Statue ein Symbol für eine umstrittene Vergangenheit. Beide mahnen uns, wie öffentliche Räume die Geschichte prägen – und von ihr geprägt werden.

Quelle