Zoll deckt massive Ausbeutung und illegale Beschäftigung in Paketbranche auf
Anna KrauseZoll deckt massive Ausbeutung und illegale Beschäftigung in Paketbranche auf
Deutsche Zollbehörden haben groß angelegte Kontrollen im Paketzustellsektor durchgeführt. Über 2.900 Beamte überprüften landesweit Unternehmen und deckten dabei weit verbreitete Rechtsverstöße auf. Die Razzia folgt auf Befürchtungen wegen illegaler Beschäftigung und Ausbeutung in einer Branche, die mit dem Boom des Onlinehandels rasant gewachsen ist.
Bei den Kontrollen kamen schwere Verstöße gegen Arbeitsgesetze ans Licht. Viele Fahrer, die oft über Subunternehmer beschäftigt werden, waren prekären Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Einige wurden gezwungen, Fahrzeuge zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern anzumieten, andere leisteten unbezahlte Überstunden oder erhielten wegen manipulierter Arbeitszeiterfassungen weniger als den Mindestlohn.
In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis angetroffen. Andere wussten nicht, wer ihr eigentlicher Arbeitgeber war oder ob ihre Verträge rechtmäßig waren. Die Behörden dokumentierten zudem Fälle von Steuerhinterziehung und nicht abgeführten Sozialabgaben.
Die starke Abhängigkeit der Branche von Subunternehmern hat sich aufgrund des Fachkräftemangels verstärkt. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte schärfere Maßnahmen gegen diese illegalen Praktiken an.
Die Ergebnisse zeigen systemische Missstände in der deutschen Paketzustellbranche auf. Zollbeamte registrierten zahlreiche Fälle von Schwarzarbeit, Lohnbetrug und Steuerhinterziehung. Die Regierung hat weitere Kontrollen angekündigt, um Ausbeutung zu bekämpfen und die Einhaltung der Arbeitsgesetze sicherzustellen.






