YouTube verschärft Regeln für gesponserte Inhalte nach deutschem Gerichtsurteil
Elias LehmannGericht: YouTube-Werbung muss klar als solche gekennzeichnet werden - YouTube verschärft Regeln für gesponserte Inhalte nach deutschem Gerichtsurteil
YouTube verschärft seine Regeln für gesponserte Inhalte, nachdem ein deutsches Gericht entschieden hat, dass die bisherigen Kennzeichnungspflichten nicht deutlich genug sind. Der Beschluss folgt auf einen Fall, in dem ein Video, das eine Brokerage-App bewirbt, seinen Sponsor nicht ordnungsgemäß ausgewiesen hatte. Die Plattform hat nun strengere Richtlinien eingeführt, um den europäischen Transparenzstandards gerecht zu werden.
Zu den Änderungen gehören neue Kennzeichnungen und Hinweise direkt im Bild, damit Zuschauer bezahlte Kooperationen auf einen Blick erkennen können. Die Anpassungen stehen im Einklang mit dem Digital Services Act (DSA) der EU und den umfassenderen Bestrebungen, die Regulierung von Digitalwerbung zu stärken.
Das Landgericht Bamberg urteilte, dass ein zehnsekündiger Hinweis in einem gesponserten Video nicht ausreiche. Die Klage war von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (Aktenzeichen: 1 HK O 19/25) eingereicht worden und kam zu dem Schluss, dass der werbliche Charakter des Videos "in Echtzeit nicht klar erkennbar" gewesen sei. Daraufhin verfügte das Gericht, dass YouTube für alle gesponserten Inhalte strengere Kennzeichnungspflichten durchsetzen muss.
Als Reaktion darauf hat YouTube neue Vorgaben für Content-Creator eingeführt. Videos mit bezahlten Werbeinhalten müssen nun deutlich sichtbare Hinweise in den Beschreibungen, im Bild selbst sowie in Livestreams enthalten. Zudem wurde ein "Bezahlte Partnerschaft"-Label eingeführt, ähnlich wie bei Instagram und TikTok.
Darüber hinaus kündigte YouTube bereits 2023 an, dass Creator auch KI-generierte Inhalte offenlegen müssen. Die vollständige Umsetzung dieser Regeln im Rahmen des EU-KI-Gesetzes beginnt im August 2026. Die Updates zielen darauf ab, die Einhaltung sich wandelnder Digitalvorschriften zu gewährleisten und gleichzeitig die Transparenz für Zuschauer zu erhöhen.
Das Urteil und YouTubes neue Richtlinien bedeuten, dass Creator nun strengere Offenlegungspflichten einhalten müssen. Videos mit Sponsoring benötigen sichtbar platzierte Labels und Echtzeit-Hinweise, um den rechtlichen Anforderungen zu genügen. Diese Änderungen spiegeln die größeren Bestrebungen wider, die Transparenz in der Onlinewerbung in ganz Europa zu verbessern.