WM-Fieber löst skurrile Wettwut und göttliche Hilfegesuche aus
Die FIFA-Weltmeisterschaft hat einen regelrechten Wettboom ausgelöst. Selbst die Halle 4 wurde in ein provisorisches Wettbüro umfunktioniert. Bei jedem Spiel werden mehr als drei Dutzend Wetten abgeschlossen – die Einsätze reichen von Lebensmitteln bis hin zu Autodienstleistungen.
Um die Spielergebnisse zu beeinflussen, greifen manche zu ungewöhnlichen Methoden. Vor dem Eröffnungsspiel Deutschlands gegen Curaçao wurde ein Kind dafür bezahlt, für den Sieg zu beten. Das Gebet dauerte 30 Minuten und kostete fünf Euro, für längere Sitzungen kamen zusätzliche Gebühren hinzu. Bei dem 7:1-Sieg Deutschlands summierten sich die Kosten für die kindlichen Fürbitten auf insgesamt 15 Euro.
Doch selbst Gebete garantieren keinen Erfolg. Frankreichs Franck Ribéry verletzte sich und verlor gegen Italien – ein Beweis, dass Hingabe allein nicht ausreicht. Historisch gesehen hat noch nie eine tief religiöse Nation die Weltmeisterschaft gewonnen.
Der Wettwahnsinn hält alle in Atem. Während des Turniers nimmt sich niemand frei. Die Wetten reichen von Döner Kebabs über einen vollen Tank bis hin zu Sommerreifen. Vor jedem Spiel ist die Halle 4 voller Wettsüchtiger. Die Gebete des Kindes konnten Deutschlands deutlichen Sieg nicht aufhalten. Dennoch hält der Brauch, auf Spiele zu wetten und göttlichen Beistand zu suchen, unvermindert an.
