31 March 2026, 16:15

Wirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golf-Krise und fordert rasches EU-Handeln

Plakat mit der Überschrift "Unter dem Inflationsreduktionsgesetz von Präsident Biden" mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: oben die Auswirkungen des Gesetzes und unten eine visuelle Darstellung in blauen und grünen Tönen.

Wirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golf-Krise und fordert rasches EU-Handeln

Deutschlands führender Wirtschaftsexperte, Achim Truger, warnt vor einem schweren Preisschock durch die eskalierenden Spannungen im Golf. Er drängt europäische Politiker nun zu raschem Handeln mit einer umfassenden makroökonomischen Antwort. Seine Vorschläge zielen darauf ab, eine Vertiefung der Krise angesichts steigender Energiepreise und Inflationsdrucks zu verhindern.

Trugers Warnungen kommen zu einer Zeit, in der die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin mit Unsicherheiten konfrontiert ist. Während der COVID-19-Pandemie hatte die EZB die Zinsen auf historisch niedrige Werte gesenkt – darunter einen Einlagenzins von -0,5 % – und das Pandemie-Notfallankaufprogramm (PEPP) gestartet, um die Märkte zu stabilisieren. Doch nach Russlands Angriff auf die Ukraine und dem darauffolgenden Anstieg der Energiepreise änderte die EZB ihre Politik: Sie erhöhte die Zinsen von negativen Werten auf 4,5 % bis Ende 2023 und straffte die Geldpolitik. Bis März 2026, als die Konflikte im Nahen Osten die Instabilität weiter verschärften, setzte die Bank weitere Zinserhöhungen aus, beließ die Sätze jedoch unverändert.

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Truger plädiert nun für einen abgestimmten fiskal- und geldpolitischen Ansatz, um den Druck zu verringern, ohne unnötige Zinsanhebungen vorzunehmen. Zu seinen vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Wiedereinführung gezielter Preisbremsen für Gas, Öl und Strom, um Haushalte und Unternehmen zu entlasten. Zudem schlägt er die Einführung von Preisobergrenzen vor, um übermäßige Aufschläge bei Kraftstoffen und in den Lieferketten zu stoppen.

Um diese Schritte zu finanzieren, empfiehlt Truger, die strengen deutschen Schuldenbremse-Regeln durch die Inanspruchnahme der Notfallklausel vorübergehend auszusetzen. Dies würde zeitlich begrenzte, zielgerichtete Hilfen ermöglichen, ohne die langfristige Schuldenlast zu verschärfen. Für EU-Länder mit schwächeren Finanzen schlägt er einen gemeinsamen Unterstützungsmechanismus vor, um sicherzustellen, dass kein Mitgliedstaat allein mit den Herausforderungen kämpfen muss.

Bei den Löhnen fordert Truger eine gemeinsame Anstrengung von Regierungen und Arbeitgebern, um eine schädliche Lohn-Preis-Spirale zu verhindern. Sein Plan sieht einen vorübergehenden, steuerfreien Inflationsausgleichsbonus vor, der einmalige Zahlungen statt dauerhafter Lohnerhöhungen fördern soll. Ohne Gegenmaßnahmen, warnt er, könnten die aktuellen Schocks die Weltwirtschaft in eine weitere Rezession treiben.

Trugers Vorschläge konzentrieren sich auf kurzfristige Entlastung, ohne langfristige wirtschaftliche Schäden zu verursachen. Falls umgesetzt, würden die Maßnahmen Preiskontrollen, fiskalische Flexibilität und eine koordinierte EU-Unterstützung kombinieren. Das Ziel ist es, die Märkte zu stabilisieren, bevor Inflation und Energiekosten weiter außer Kontrolle geraten.

Quelle