Militärberater bei der Einberufung: 'Elternsorgen wachsen' - Wehrpflicht-Check: Warum alle 18-Jährigen jetzt Fragebögen erhalten
Deutschland hat einen verpflichtenden Fragebogen für alle 18-Jährigen wieder eingeführt, um ihre Eignung für den Wehrdienst zu prüfen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um die Verteidigungsbereitschaft des Landes und die Haltung der Bevölkerung zur Wehrpflicht. Seit Januar werden die Schreiben verschickt – und lösen damit Diskussionen unter jungen Menschen und ihren Familien aus.
Die ersten Fragebögen gingen am 15. Januar in Sachsen-Anhalt raus, weitere folgten bis Ende des Monats. Nach der neuen Regelung müssen alle jungen Männer – und nun auch Frauen – das Formular ausfüllen, das ihre Motivation und körperliche Eignung für den Dienst bewertet. Zwar gibt es in Deutschland derzeit keine aktive Wehrpflicht, doch die Regierungskoalition hat gewarnt, dass eine "bedarfsorientierte Musterung" wieder eingeführt werden könnte, falls die freiwillige Rekrutierung nicht ausreicht.
In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind seit Jahresbeginn die Bewerbungen für den freiwilligen Wehrdienst gestiegen. Gleichzeitig nehmen die Anträge auf Kriegsdienstverweigerung zu. 2025 wurden 2.830 Anträge genehmigt, und bis Ende Februar dieses Jahres waren es bereits 1.035. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) bietet Beratung für diejenigen an, die unsicher sind, ob sie Wehrdienst leisten sollen – allerdings hat sie keine Zahlen veröffentlicht, wie viele Reservisten seit dem iranischen Angriff im Februar 2024 Rat gesucht haben.
Viele Familien bleiben angesichts einer möglichen militärischen Einberufung beunruhigt. Besonders Eltern und Großeltern äußern Bedenken, dass ihre erwachsenen Kinder oder Enkelkinder möglicherweise eingesetzt werden könnten.
Das Fragebogensystem markiert einen Wandel in Deutschlands Umgang mit der Wehrbereitschaft. Angesichts steigender Zahlen bei der Kriegsdienstverweigerung und eines wachsenden Interesses am freiwilligen Dienst wird der nächste Schritt der Regierung von den Erfolgen bei der Rekrutierung abhängen. Bis dahin bleiben junge Menschen und ihre Familien mit den möglichen Konsequenzen einer künftigen Wehrpflicht konfrontiert.






