Vom Todesstreifen zum Radparadies: Die Berliner Mauer als Fahrradroute
Amelie SeidelVom Todesstreifen zum Radparadies: Die Berliner Mauer als Fahrradroute
Aus dem einstigen Todesstreifen der Berliner Mauer ist allmählich eine beliebte Radroute entstanden. Die Bemühungen, daraus einen Weg für Radfahrer zu machen, begannen bereits im August 1990. Das Projekt gewann an Fahrt, nachdem es in den frühen 2000er-Jahren politischen Rückenwind erhielt.
Im November 2000 schlug die Partei Bündnis 90/Die Grünen vor, den alten Zollpatrouillenweg zu einem öffentlichen Durchgangsrecht umzuwandeln. Das Berliner Abgeordnetenhaus billigte den Vorschlag im April 2001. Zur gleichen Zeit brachte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zwischen den beiden Mauern in Neukölln Radwegmarkierungen auf dem Asphalt an.
Viele Umwelt- und Verkehrsinitiativen, darunter auch die Grünen, unterstützten den ADFC-Forderungsaufruf nach einer durchgehenden Radroute entlang der ehemaligen Grenze. Noch im selben Jahr veröffentlichte die Partei eine kleine Broschüre, die später als Grundlage für den Berliner Mauer-Radweg-Führer diente. Michael Cramer startete 2001 die ersten geführten Touren entlang des Streifens.
Cramer erweiterte und aktualisierte den Führer in den folgenden Jahren weiter. Die 11., überarbeitete Auflage erschien 2025. Heute dient der ehemalige Todesstreifen als Radweg für Einheimische und Touristen. Die Entwicklung der Route war das Ergebnis politischer Initiativen, bürgerschaftlichen Engagements und jahrelanger Planung. Der aktuelle Führer ermöglicht Radfahrern, die historische Bedeutung der Strecke auch heute noch zu erkunden.
