Tödlicher Angriff auf Bahnschaffner: Angeklagter gesteht Verantwortung vor Gericht
Anna KrauseTödlicher Angriff auf Bahnschaffner: Angeklagter gesteht Verantwortung vor Gericht
Ein 26-jähriger Grieche steht seit dieser Woche vor Gericht, weil er Anfang dieses Jahres einen Zugschaffner tödlich verletzt haben soll. Die Attacke ereignete sich Anfang Februar in einem Regionalexpress zwischen Landstuhl und Homburg. Das 36-jährige Opfer, ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn, erlag zwei Tage später den Folgen einer Hirnblutung.
Überwachungsaufnahmen, die im Prozess gezeigt wurden, belegen, wie der Angeklagte den Schaffner wiederholt ins Gesicht und auf den Körper schlug. Während des Angriffs soll er gerufen haben: „Ich bin Boxer. Ich bin Kämpfer.“ Die Familie des Getöteten, darunter sein Vater und seine Brüder, nahm an der Verhandlung teil, um dem Beschuldigten gegenüberzutreten und Gerechtigkeit zu fordern. Ihr Ziel sei es, „Serkan ein Gesicht zu geben“, erklärten sie.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann schwere Körperverletzung mit Todesfolge vor. Ein Tötungsvorsatz lasse sich den Ermittlungen zufolge nicht nachweisen. Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte bei den Angehörigen des Opfers und sagte: „Ich übernehme die volle persönliche Verantwortung.“
Der Fall steht im Kontext einer zunehmenden Gewalt gegen Bahnmitarbeiter in Deutschland. Wie die Bundespolizei mitteilte, wurden 2025 rund 2.690 Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn registriert – ein Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Das Verfahren läuft derzeit vor dem Landgericht Zweibrücken. Der Vorfall unterstreicht die wachsende Sorge um Übergriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Verkehr. Die Behörden beobachten die Entwicklung genau, während der Prozess weitergeht.
