Tödliche Arbeitsunfälle: Warum Bau- und Reinigungsbranche dringend mehr Sicherheit brauchen
Jakob KrausTödliche Arbeitsunfälle: Warum Bau- und Reinigungsbranche dringend mehr Sicherheit brauchen
Arbeitssicherheit in Deutschlands Bau- und Reinigungsbranche bleibt ein drängendes Problem. Im Schnitt kommt alle vier Arbeitstage ein Beschäftigter in diesen Bereichen ums Leben. Nun fordern zwei große Organisationen eine konsequentere Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, um vermeidbare Tragödien zu verhindern.
Im Jahr 2024 starben 74 Menschen bei Arbeitsunfällen in der deutschen Bauwirtschaft und verwandten Dienstleistungen. Zwar ist dies ein leichter Rückgang – vier Todesfälle weniger als im Vorjahr –, doch die Risiken bestehen weiter, insbesondere durch langfristige Gefahren wie Staub- und Asbestbelastung. Allein 2025 verstarben 400 Menschen an Berufskrankheiten, die mit diesen Stoffen in Verbindung stehen.
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) setzen sich für Veränderungen ein. Sie betonen, dass viele Unfälle vermieden werden könnten, wenn Sicherheitsmaßnahmen konsequent umgesetzt und Arbeitnehmer:innen aktiv sichere Arbeitsbedingungen einfordern würden. Mathias Neuser, kommissarischer Vorsitzender des BG-BAU-Vorstands, wies darauf hin, dass Sicherheit nicht nur Aufgabe des Managements sei, sondern auch darauf angewiesen ist, dass sich einzelne Beschäftigte für bessere Standards einsetzen.
Nach deutschem Bundesrecht gelten Sonntage und Feiertage nicht als Arbeitstage. Doch selbst an regulären Werktagen bleiben die Gefahren bestehen. Beide Organisationen bestehen darauf, dass Arbeitssicherheit für alle Beteiligten – von Arbeitgebern bis zu Arbeiter:innen – oberste Priorität haben muss.
Die gemeinsame Kampagne von BG BAU und IG BAU zielt darauf ab, dass alle Beschäftigten nach jeder Schicht unverletzt nach Hause zurückkehren. Mit strengeren Sicherheitsprotokollen und mehr Bewusstsein für die Risiken, so ihre Überzeugung, ließen sich viele dieser Todesfälle verhindern. Nun geht es darum, die Forderungen in flächendeckendes Handeln umzusetzen – branchenweit.






