14 March 2026, 16:08

Streit um russische Ölimporte: Soll die PCK-Raffinerie in Schwedt wieder beliefert werden?

Ein blaues Plakat, das einen Graphen der durchschnittlichen Einzelhandelsbenzinkosten in Russland und der Ukraine zeigt, mit dem Text, dass die Preise auf das Niveau vor dem Krieg zurückgekehrt sind.

BSW-Vorsitzende: Russisches Pipeline-Öl für PCK Schwedt erneut - Streit um russische Ölimporte: Soll die PCK-Raffinerie in Schwedt wieder beliefert werden?

Ein politischer Streit über die deutsche Energiepolitik ist entbrannt, nachdem Forderungen laut wurden, die russischen Ölimporte für die PCK-Raffinerie in Schwedt wiederzubeleben. Die Anlage, die einst vollständig von russischem Rohöl über die Druschba-Pipeline abhängig war, sieht sich seit dem Beschluss Berlins aus dem Jahr 2023, diese Lieferungen schrittweise einzustellen, mit Versorgungsproblemen konfrontiert. Kritiker warnen, der Kurswechsel habe die Region verwundbar gemacht, während die Regierung betont, die Versorgungssicherheit bleibe trotz steigender Gaspreise auf dem Weltmarkt stabil.

Deutschland hatte 2023 die russischen Öllieferungen über Pipelines als Teil der Sanktionen nach dem Überfall auf die Ukraine gestoppt. Dieser Schritt zwang die PCK-Raffinerie – ein zentraler Versorger für Kraftstoffe, Heizöl und Kerosin in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Westpolen – zur Suche nach Alternativen. Selbst der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist auf die Produktion der Raffinerie angewiesen, was ihre Bedeutung für die Region unterstreicht.

Seit Russland die Gaslieferungen durch Nord Stream 1 im Sommer 2022 eingestellt hatte, setzt Deutschland verstärkt auf Flüssigerdgas (LNG)-Importe, vor allem aus den USA, sowie auf erweiterte Pipeline-Kapazitäten aus Norwegen und Westeuropa. Neue LNG-Terminals und hohe Speicherkapazitäten sollten als Puffer für Europa dienen. Doch 2026 ist die Debatte wieder aufgeflammt: Die Regierungskoalition steht in der Kritik, fossile Importe gegenüber erneuerbaren Energien wie Solar- und Windkraft zu bevorzugen. Steigende Gaspreise, angeheizt durch Krisen wie den Iran-Konflikt, erhöhen den Druck – auch wenn die Behörden die Versorgungssicherheit weiterhin gewährleistet sehen.

In diese Diskussion mischte sich nun Amira Mohamed Ali ein, Bundesvorsitzende des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), die eine Rückkehr zu russischem Öl als vernünftige Entscheidung verteidigte. Ihre Position deckt sich mit einer vorübergehenden Lockerung der US-Sanktionen, die der Finanzbeamte Scott Bessent ankündigte: Demnach dürfen Länder russisches Öl kaufen, das sich bereits auf dem Seeweg befindet – allerdings läuft diese Ausnahme am 11. April aus. Mohamed Ali plädierte zudem für die Wiederaufnahme von russischen Gaslieferungen über Nord Stream, um die Versorgung zu stabilisieren.

Die Zukunft der PCK-Raffinerie hängt von sich wandelnden politischen Weichenstellungen und globalen Energietrends ab. Angesichts der befristeten Sanktionserleichterung der USA und hoher deutscher Speicherstände wird die nächste Entscheidung der Regierung zeigen, ob russisches Öl zurückkehrt – oder ob sich die Region weiter anpassen muss. Bis dahin bleibt die Rolle der Raffinerie für die Treibstoffversorgung Ostdeutschlands und Polens mit den ungelösten Spannungen verknüpft.

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