Steffi: Wie die DDR mit ihrer "sozialistischen Barbie" die Welt erobern wollte
Jakob KrausModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR mit ihrer "sozialistischen Barbie" die Welt erobern wollte
In den 1960er-Jahren führte die DDR mit Steffi eine eigene Modepuppe ein – als Konkurrenz zu Amerikas Barbie und der westdeutschen Petra. Die 30 Zentimeter große Puppe wurde als "Barbie des Sozialismus" bekannt und sollte vor allem Teenager ansprechen. Entworfen von Margot Schmied und in Waltershausen hergestellt, avancierte sie schnell zum Symbol für ostdeutsches Handwerk und Stilgefühl.
Steffis Geburtsort war der VEB Puppenfabrik Biggi, ein staatlicher Puppenhersteller in Waltershausen – einer Stadt, die einst für ihre Spielwarenproduktion berühmt war. Ihr Name ging auf Schmieds Tochter zurück, und optisch fiel sie durch ihre kräftigere Statur, die hohe Stirn und das erwachsen wirkende Make-up im Stil der 1960er-Jahre auf. Im Gegensatz zu Barbie war ihre Garderobe zwar praktisch und modisch, aber weniger umfangreich.
Als begehrte Exportware bescherte Steffi der DDR dringend benötigte Devisen. Von Anfang an wurde sie in verschiedenen Hauttönen produziert – ein inklusiverer Ansatz als bei vielen westlichen Puppen jener Zeit. Heute erzielen gut erhaltene Original-Exemplare mit Zubehör auf dem Sammlermarkt Preise zwischen 20 und 200 Euro.
Hinweis: Die heutige Steffi LOVE-Puppe der Simba-Dickie-Gruppe hat keinerlei Bezug zur historischen DDR-Version. Wie viele Outfits oder Berufe es bei den Vintage-Steffis genau gab, bleibt aufgrund lückenhafter Aufzeichnungen unklar.
Steffi ist bis heute ein nostalgisches Stück DDR-Geschichte, bei Sammlern begehrt und für ihr einzigartiges Design in Erinnerung. Ihre Produktion in Waltershausen und der Exporterfolg zeigen, wie die DDR versucht hat, sich auf dem weltweiten Spielzeugmarkt zu behaupten. Ihr anhaltender Reiz liegt in ihrem unverwechselbaren Aussehen und ihrer kulturellen Bedeutung.