11 April 2026, 14:11

SPD-Reformpläne entfachen Machtkampf mit der Arbeitnehmergruppe AfA

Offenes Buch mit dem Titel "Die Geschichte Deutschlands" zeigt eine Schwarz-Weiß-Illustration einer Stadtlandschaft mit Gebäuden, Menschen und Text.

SPD-Reformpläne entfachen Machtkampf mit der Arbeitnehmergruppe AfA

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD hat die Reformpläne von Parteichef Lars Klingbeil scharf kritisiert. In einem neuen Beschluss betont die Gruppe, dass die Arbeitnehmer nicht für die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands verantwortlich seien – im Gegenteil: Sie hielten das Land zusammen.

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Klingbeils Vorschläge, darunter längere Arbeitszeiten und die Ausweitung befristeter Verträge, stoßen bei den AfA-Spitzen auf vehementen Widerstand. Die Bundesvorsitzende der AfA, Cansel Kiziltepe, warnte, die SPD dürfe ihre Kernwerte nicht im Namen wirtschaftlicher Anpassungen aufgeben. Sie unterstrich, die Sozialdemokratie lebe davon, die Menschen zu unterstützen – und nicht davon, ihnen Vorträge über Arbeitsmoral zu halten.

In dem Beschluss wird auf die bereits jetzt hohen Belastungen der Beschäftigten hingewiesen. Millionen, so heißt es darin, leisteten Überstunden, arbeiteten im Schichtdienst und kümmerten sich um Angehörige – und das alles bei finanzieller Not. Kiziltepe argumentierte, dass Wachstum nicht dadurch entstehen könne, dass man den Druck auf die Arbeitnehmer weiter erhöhe.

Die AfA erkennt zwar die Notwendigkeit politischer Erneuerung an, lehnt Klingbeils Ansatz jedoch ab. Stattdessen fordert die Gruppe ihn auf, sich mit Gewerkschaften und Werktätigen zu verbünden, anstatt Reformen voranzutreiben, die die Ungleichheit vertiefen könnten. Der Streit wirft neue Fragen über Klingbeils Agenda innerhalb der eigenen Partei auf. Die Haltung der AfA spiegelt breitere Bedenken wider, dass die SPD-Reformen den Arbeitnehmerschutz aushöhlen könnten.

Fürs Erste bleibt die Debatte darüber, wie wirtschaftlicher Wandel und soziale Gerechtigkeit in Einklang zu bringen sind, ungelöst.

Quelle