Merz stellt Kohleausstieg infrage – Energiekrise und Inflation zwingen zum Umdenken
Amelie SeidelMerz stellt Kohleausstieg infrage – Energiekrise und Inflation zwingen zum Umdenken
Bundeskanzler Friedrich Merz stellt Zeitplan für Kohleausstieg infrage
Die Äußerungen des Kanzlers kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Ökonomen vor einem deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise warnen – angetrieben durch stark steigende Öl- und Gaspreise. Die jüngsten Inflationszahlen verzeichnen den schnellsten Anstieg seit über drei Jahren.
Experten erwarten nun, dass die Verbraucherpreise in Deutschland im März im Vergleich zum Vormonat um 1,1 % steigen werden – der stärkste monatliche Anstieg seit September 2022. Im Vergleich zum Vorjahresmonat könnten die Preise um 2,6 % klettern, die höchste Inflationsrate seit Dezember 2024. Der anhaltende Konflikt im Iran hat die Energiekosten weiter in die Höhe getrieben und belastet damit die Haushalte zusätzlich.
Merz räumte die angespannte Versorgungslage bei Energie ein, schloss jedoch eine kurzfristige Rückkehr zur Kernenergie aus. Stattdessen schlug er vor, die Laufzeit bestehender Kohlekraftwerke zu verlängern, um die Stromversorgung zu stabilisieren. Zudem regte er den Bau neuer Gaskraftwerke an, die bei geringem Wind- und Solarstromertrag die erneuerbaren Energien unterstützen sollen.
Mit Blick auf die Zukunft forderte der Kanzler die Erforschung von kleinen modularen Reaktoren (SMR) und der Kernfusion. Gleichzeitig bekräftigte er jedoch das langfristige Ziel Deutschlands, Wind-, Solar- und andere erneuerbare Energien weiter auszubauen.
Der Inflationsschub und die Energiekrise haben den geplanten Kohleausstieg Deutschlands unter Druck gesetzt. Merz' Vorschläge setzen auf Gas und Kohle als Übergangslösungen, während er die Option der Kernenergie für künftige Forschungsvorhaben offenhält. Die Regierung steht nun vor der Herausforderung, kurzfristige Versorgungssicherheit mit ihren Klimazielen in Einklang zu bringen.






