22 April 2026, 08:09

SPD-Koblenz verliert langjährigen Funktionär nach harter Kritik an Parteikultur

Deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa und Text, der die Partei bewirbt.

SPD-Koblenz verliert langjährigen Funktionär nach harter Kritik an Parteikultur

Dennis Feldmann zieht sich von seinen Ämtern innerhalb der Koblenzer SPD zurück und begründet dies mit tiefgreifenden Bedenken hinsichtlich der internen Parteikultur. Sein Rücktritt als Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Ortsvereins Koblenz-Lützel tritt Ende Mai 2026 in Kraft. Die Entscheidung folgt auf Jahre der Frustration über das, was er als innerparteiliche Grabenkämpfe und mangelnde Transparenz bei Entscheidungsprozessen beschreibt.

Feldmanns Abgang erfolgt nach wiederholten Konflikten mit der Parteiführung. Er kritisierte ein System, in dem Loyalität oft über Kompetenz gestellt werde, und verwies dabei auf die jüngste Wahl von Dr. Thorsten Rudolph zum Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes Koblenz. Diese Personalie stehe seiner Ansicht nach exemplarisch für eine Machtkonzentration, die anderen Mitgliedern faire Chancen verwehre.

Sein Rückzug sei keine Reaktion auf persönliche Niederlagen, sondern ein Protest gegen grundlegende strukturelle Missstände, betonte Feldmann. Die Partei habe sich seiner Meinung nach von zentralen sozialdemokratischen Werten entfernt – etwa dem Prinzip der Beförderung nach Leistung und der offenen Teilhabe. Zudem hinterfragte er die Praxis, dass Bundestagsabgeordnete mehrere Führungspositionen gleichzeitig besetzen, statt neuen Talenten Raum zu geben.

Trotz seines Ausscheidens aus den offiziellen Funktionen bekräftigte Feldmann seine Verbundenheit mit den Idealen der SPD. Er erinnerte an einen Vorfall, bei dem sein eigenes Angebot, für ein Amt zu kandidieren, ignoriert wurde – ein weiteres Indiz dafür, dass die internen Abläufe der Partei intransparenter und reformresistenter geworden seien.

Feldmanns Rücktritt wird Mitte 2026 formal vollzogen, doch plant er, weiterhin im Koblenzer Politikgeschehen aktiv zu bleiben. Seine Kritik wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen innerhalb der SPD um interne Demokratie und Führungspraxis. Die Partei steht nun vor der Frage, wie sie diese Herausforderungen in Zukunft angehen will.

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