03 May 2026, 20:08

Sachsen plant rückzahlbare Studiengebühren für internationale Studierende – ein Modell für Deutschland?

Ein Plakat mit einer USA-Karte, auf der verschiedene Arten der Bevölkerungswanderung hervorgehoben sind, begleitet von erklärendem Text.

Sachsen plant rückzahlbare Studiengebühren für internationale Studierende – ein Modell für Deutschland?

Deutschland steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen, die zu einem verlorenen Jahrzehnt beim realen Wachstum führen könnten. Um dem entgegenzuwirken, suchen Politiker nach Wegen, um qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen und im Land zu halten. Ein Vorschlag aus Sachsen zielt darauf ab, mehr internationale Studierende anzuziehen – und für sie gleichzeitig Studiengebühren einzuführen. Dies könnte bundesweit Schule machen.

Die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der internationale Studierende mit jährlichen Gebühren von 1.500 Euro belasten soll. Anders als klassische Studiengebühren wären diese Beträge jedoch rückzahlbar und würden so die finanzielle Belastung für die Lernenden verringern. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die meisten öffentlichen Hochschulen in Deutschland auch für ausländische Studierende gebührenfrei bleiben – wenn auch mit einigen Ausnahmen.

Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte es helfen, den Fachkräftemangel in Deutschland zu lindern. Experten schätzen, dass eine Nettozuwanderung von 400.000 Menschen pro Jahr bis 2035 notwendig wäre, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Internationale Studierende könnten hier eine Schlüsselrolle spielen, indem sie nach ihrem Abschluss für eine Ausbildung oder Beschäftigung im Land bleiben.

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Die wirtschaftlichen Vorteile liegen auf der Hand: Eine einzige Kohorte von 1.000 Erstsemester-Studierenden aus dem Ausland könnte über 44 Jahre hinweg ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 620 Millionen Euro generieren. Selbst ohne Studiengebühren tragen diese Studierenden bereits heute zu einem netto positiven Haushaltssaldo für den Staat bei. Während in zwei Dritteln der europäischen Länder internationale Studierende Sondergebühren zahlen, ist Deutschlands aktuelles Modell eine Ausnahme.

Der sächsische Vorschlag könnte auch andere Bundesländer dazu bewegen, ähnliche Maßnahmen einzuführen. Durch die Öffnung der Hochschulen für ausländische Talente sichert sich Deutschland langfristig eine Pipeline an qualifizierten Arbeitskräften für die Wirtschaft.

Der Gesetzentwurf in Sachsen bietet eine mögliche Lösung für die demografischen und wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands. Indem das Land internationale Studierende anwirbt und ein rückzahlbares Gebührenmodell anbietet, könnte es nicht nur die Arbeitskräftebasis stärken, sondern auch finanzielle Vorteile bewahren. Bei Erfolg könnte das Modell bundesweit übernommen werden.

Quelle