21 March 2026, 02:06

Rheinland-Pfalz wählt: SPDs Ära wackelt – FDP am Abgrund

Eine Karte aus dem 19. Jahrhundert, die die politischen Grenzen Deutschlands zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

Rheinland-Pfalz wählt: SPDs Ära wackelt – FDP am Abgrund

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: SPDs 35-jährige Vorherrschaft in Gefahr – FDP kämpft ums Überleben

Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an diesem Sonntag könnte das Ende der 35-jährigen Regierungszeit der SPD im Amt des Ministerpräsidenten einläuten. Gleichzeitig wird die Abstimmung zum Überlebenskampf der angeschlagenen Freien Demokraten (FDP), die Gefahr laufen, an der Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament zu scheitern. Der ehemalige FDP-Vorsitzende Volker Wissing hat bereits seine Stimme abgegeben – und zwar für den SPD-Kandidaten Alexander Schweitzer. Ein weiterer symbolträchtiger Schlag gegen seine alte Partei.

Die Probleme der FDP in Rheinland-Pfalz verschärften sich, nachdem Wissing, einst Landesvorsitzender, die Partei 2024 verließ. Sein Austritt folgte auf die Rolle der Liberalen beim Scheitern der bundesweiten Ampelkoalition; später warf er der FDP vor, liberale Grundsätze zugunsten eines engstirnigen "libertären Kurses" aufgegeben zu haben. Ohne ihn gelang es der Partei nicht, wieder Tritt zu fassen – die Wahlkampftaktik für den Wahlzyklus 2025/26 musste umgestellt werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auch die Grünen ringen um Bedeutung: Umfragen sehen sie bei mageren acht bis neun Prozent. Bundeskanzler Friedrich Merz' Äußerungen über ein mögliches Verschwinden der FDP aus der deutschen Politik wurden indes als gezielter Appell an unentschlossene Wähler gewertet.

Entscheidend für den Wahlausgang dürften die ländlichen Regionen sein, wo der verstorbene SPD-Ministerpräsident Kurt Beck die Partei einst ermahnte, "nah bei den Menschen" zu bleiben. Doch selbst dort steht die SPD vor Unsicherheiten. Die FDP wiederum setzt auf letzte Aufmerksamkeit: Nach dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Marke in Baden-Württemberg hatte Generalsekretärin Nicole Büttner sich aus Protest den Kopf kahl scheren lassen. Nun könnte Rheinland-Pfalz den nächsten Rückschlag bringen.

Fällt die FDP unter fünf Prozent, verliert sie alle Mandate im Landtag. Selbst wenn die SPD an der Macht bleibt, könnte ihre jahrzehntelange Dominanz bröckeln. Für Grüne und kleinere Parteien wird sich zeigen, ob sie im politischen Gefüge der Region weiter Fuß fassen können.

Quelle