Reiche fordert radikale Reformen für Deutschlands schwindende Wettbewerbsfähigkeit
Elias LehmannReiche fordert radikale Reformen für Deutschlands schwindende Wettbewerbsfähigkeit
Wirtschaftsministerin Katharina Reiche fordert "Fitnesskur" für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche hat Deutschland aufgefordert, eine Art "Fitnessprogramm" zu durchlaufen und seinen Wettbewerbswillen neu zu entfachen. Ihr Appell erfolgt im Anschluss an die jüngste Frühjahresprognose, in der sie betonte, das Land "müsse wieder den Willen zum Sieg entwickeln", um noch in diesem Sommer dringend notwendige Reformen umzusetzen.
Reiche skizzierte ein "umfassendes Reformpaket", das über die aktuellen Koalitionsvereinbarungen hinausgeht und längst überfällige Veränderungen angehen soll. Zu den Vorschlägen gehören flexiblere Arbeitsgesetze sowie eine Ausweitung der Arbeitszeiten. Zudem nannte sie die Kontrolle der steigenden Energiepreise als zentrales Anliegen.
Hintergrund der Initiative sind Warnungen führender deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute vor nachlassender Wettbewerbsfähigkeit. Hohe Unternehmenssteuern – 2024 mit 30 Prozent dritthöchste im OECD-Raum –, Fachkräftemangel und schwache Exporte belasten die Wirtschaft weiterhin schwer. Das DIW Berlin prognostiziert für 2026 ein Wachstum von nur 1,0 Prozent, während Handelsbarrieren durch US-Zölle, geopolitische Spannungen und übermäßige Regulierung auf Rekordniveau liegen.
Reiche forderte zudem mehr Investitionen in Forschung und Innovation. Die Reformen müssten zügig umgesetzt werden, um die strukturellen Herausforderungen der Wirtschaft zu bewältigen, so die Ministerin. Ziel der geplanten Maßnahmen ist es, Deutschlands wirtschaftliche Position angesichts wachsender globaler Druckfaktoren zu stärken. Bei einer Verabschiedung könnten die Reformen in den kommenden Monaten die Arbeitsmarktpolitik, die Energiepreise und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen grundlegend verändern.






