MVG schafft unrentables Kurzstreckenticket nach 80-Prozent-Einbruch ab
Anna KrauseMVG schafft unrentables Kurzstreckenticket nach 80-Prozent-Einbruch ab
Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) stellt Kurzstreckenticket ein
Der Mainzer Nahverkehrsbetreiber Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) hat sein Kurzstreckenticket abgeschafft. Die Entscheidung folgt auf Jahre rückläufiger Nachfrage – der Verkauf ist seit 2019 um über 80 Prozent eingebrochen. Die Verantwortlichen betonen jedoch, dass die Maßnahme den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt nicht spürbar beeinträchtigen werde.
Das Kurzstreckenticket bot einst eine günstigere Alternative für kurze Fahrten. Doch bis 2025 sanken die Verkäufe an Erwachsene von 391.000 im Jahr 2019 auf nur noch 65.000. Bei Kindertickets war der Rückgang mit 88 Prozent im selben Zeitraum noch deutlicher.
Steigende Verwaltungskosten und die schrumpfende Preisdifferenz zu Mehrfahrtenkarten machten das Ticket zunehmend unattraktiv. Die MVG verwies zudem auf den zusätzlichen Arbeitsaufwand für das Personal – etwa bei Ticketkontrollen und Kundenanfragen –, der in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen stehe.
Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) hatte nach öffentlicher Rückmeldung Bedenken gegen die Abschaffung geäußert. Die Stadt schloss jedoch eine Wiedereinführung eines ähnlichen Tarifs aus. Die Einführung des Deutschlandtickets 2023, das den Regionalverkehr bundesweit belebt hat, dürfte die Nachfrage nach der Kurzstreckenoption zusätzlich verringert haben.
Ohne das Kurzstreckenticket bleiben Fahrgästen nun Mehrfahrtenkarten oder das Deutschlandticket. Die MVG erwartet keine nennenswerten Auswirkungen auf die Gesamtauslastung. Die Änderung spiegelt größere Verschiebungen wider, wie Menschen in Mainz den öffentlichen Nahverkehr nutzen und bezahlen.






