Merz hält an umstrittenem Kulturminister Weimer fest – trotz wachsender Proteste
Elias LehmannMerz hält an umstrittenem Kulturminister Weimer fest – trotz wachsender Proteste
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, öffentlich unterstützt – trotz wachsender Kritik. Die jüngsten Entscheidungen des Ministers haben bei Verlagen, Buchhändlern und Kultureinrichtungen in ganz Deutschland Empörung ausgelöst.
Merz räumte im Bundestag ein, dass Weimer nach wie vor eine polarisierende Figur bleibe. Dennoch betonte er, der Minister genieße sein volles Vertrauen, und verwies auf die breite Zustimmung zu vielen seiner Kulturpolitiken.
Weimers Amtszeit war wiederholt von heftigen Kontroversen geprägt. Besonders umstritten war der Ausschluss von drei unabhängigen Buchhandlungen – Der Goldene Laden in Bremen, Buchladen Rote Straße in Göttingen und Zur Schwankenden Weltkugel in Berlin – vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026. Der Minister begründete das Verbot mit vagen verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen und stufte die Läden als Extremisten ein. Ohne Anhörungen oder transparente Erklärungen kam es zu massiven Protesten.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels führte den Widerstand an, organisierte Petitionen und inszenierte Störaktionen auf der Leipziger Buchmesse. Kritiker warfen Weimer vor, den Raum für freie Meinungsäußerung einzuschränken. Gleichzeitig forderten die Buchenwald-Dora-Zwangsarbeitergemeinschaft und die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora seinen Rückzug als Redner bei der diesjährigen Befreiungsfeier – eine weitere Isolierung des Ministers.
Zusätzliche Konflikte entstanden, als Weimer inländische Geheimdienstprüfungen von Buchhandlungen anordnete, ein Schritt, der weithin als Kompetenzüberschreitung gewertet wurde. Medienberichte enthüllten zudem seinen Versuch, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzusetzen. Die Abschaffung der Preisverleihung des Deutschen Buchhandlungspreises durch den Minister steigerte die Empörung weiter – Branchenvertreter verurteilten dies als Angriff auf den kulturellen Pluralismus.
Trotz der Kritik verteidigte Merz Weimers Gesamtbilanz. Viele seiner kulturellen Initiativen würden weiterhin breite Unterstützung genießen, auch wenn einzelne Maßnahmen auf Widerstand stießen.
Die Kontroversen um Weimer zeigen keine Anzeichen einer Beruhigung. Seine Politik zu Buchhandelsausschlüssen, Geheimdienstüberprüfungen und Festivalbesetzungen hat scharfe Verurteilungen durch zentrale Kulturinstitutionen hervorgerufen. Vorerst sichert ihm jedoch die Rückendeckung des Kanzlers das Amt – wenn auch unter massivem Druck.






