Massenrücktritt im Hof-Kreis: Warum der Mittelstandsunion-Vorstand alles hinwirft
Jakob KrausMassenrücktritt im Hof-Kreis: Warum der Mittelstandsunion-Vorstand alles hinwirft
Der gesamte Vorstand der Mittelstandsunion im bayerischen Landkreis Hof ist zurückgetreten. Der Schritt erfolgt, nachdem Mitglieder das Gefühl hatten, ihren Einfluss auf die Politikgestaltung fast vollständig verloren zu haben. Ihr Rücktritt markiert eine bedeutende Zäsur innerhalb der Organisation.
Betroffen sind Vorstandsmitglieder wie Cornelia und Yvonne Jeschek, Doris Wirth-Narr, Claus Hofmann und Sascha Rödel, die ihre Ämter niedergelegt haben. Auch Michael Kretzer, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Mittelstandsunion in Oberfranken und Vorsitzender des Hof-Kreisverbandes, ist sowohl aus der Mittelstandsunion als auch aus der CSU ausgetreten.
Die Entscheidung sei nach sorgfältiger Abwägung gefallen und nicht als Protest gegen andere Mitglieder gedacht, hieß es. Die Rücktrittswilligen fühlten sich zunehmend unfähig, unter dem Dach der CSU noch politisch mitzugestalten – obwohl sie als Vertreter des Mittelstands eigentlich genau diese Rolle einnehmen sollten.
Ihre Frustration speist sich aus der Rentenpolitik der Mittelstandsunion, wachsender Bürokratie, steigenden Sozialabgaben und Energiekosten. Zudem hätten demokratische Prozesse innerhalb der Organisation an Glaubwürdigkeit verloren, so die Kritik. Die Probleme beschränken sich dabei nicht auf die lokale Ebene: Auch auf regionaler und Landesebene sinke das Engagement für mittelständische Belange zusehends.
Die Vorstandsmitglieder betonten, dass Entscheidungen über kleine und mittlere Unternehmen oft über sie hinweg getroffen würden – nicht mit ihnen. Dieses mangelnde Mitspracherecht war ein zentraler Grund für ihren Ausstieg.
Die Rücktritte unterstreichen die wachsende Unzufriedenheit unter den Mittelstandsvertretern. Unternehmer in der Region haben das Gefühl, dass ihre Anliegen innerhalb des Verbandes nicht mehr gehört werden. Mit dem Rückzug des gesamten Vorstands bleibt die Organisation nun ohne Führung im Landkreis Hof.
