Mainz ändert Tourismusabgabe: Gäste zahlen statt Hotels – Kompromiss nach wochenlanger Kritik
Jakob KrausMainz ändert Tourismusabgabe: Gäste zahlen statt Hotels – Kompromiss nach wochenlanger Kritik
Mainz hat seine Pläne für eine Tourismusabgabe nach massiver Kritik aus der Branche überarbeitet. Die überarbeitete Vorlage verlagert die Kosten von Beherbergungsbetrieben auf die Übernachtungsgäste. Zudem kündigten Stadtvertreter eine umfassende Prüfung des Steuersystems bis 2028 an.
Die ursprüngliche Abgabe war auf scharfe Ablehnung bei Verbänden der Tourismuswirtschaft gestoßen. Als Reaktion trafen sich Politiker mit Branchenvertretern, um den Entwurf zu überarbeiten. Die zentrale Änderung sieht nun vor, dass die finanzielle Belastung bei den Besuchern liegt und nicht bei Hotels oder Pensionen.
Die Gespräche zwischen der Tourismusbranche und der Stadtführung zogen sich über mehrere Wochen hin. Als Teil des Kompromisses verpflichtete sich Mainz, ab 2027 jährlich 200.000 Euro in den Tourismusfonds einzuzahlen. Matthias Sieber-Wagner, Vorsitzender des Fonds, bezeichnete die Mittel als einen entscheidenden Schritt zur Förderung der Stadt.
Die Verantwortlichen wurden zudem gedrängt, zügig Alternativen zu prüfen. Sieber-Wagner bestätigte, dass bis 2028 eine gründliche Überprüfung der Beherbergungssteuer erfolgen wird. Ziel der Entscheidung ist es, die Einnahmenbedürfnisse der Stadt mit den Interessen der lokalen Unternehmen in Einklang zu bringen.
Die überarbeitete Abgabe wird künftig von Übernachtungsgästen und nicht mehr von den Anbietern getragen. Der Tourismusfonds erhält ab 2027 jährlich finanzielle Unterstützung. Eine vollständige Bewertung der Steuerstruktur ist für 2028 vorgesehen, um die langfristigen Auswirkungen zu analysieren.






