Landtagswahl entscheidet über Zukunft der rheinland-pfälzischen Bildungsreform
Jakob KrausLandtagswahl entscheidet über Zukunft der rheinland-pfälzischen Bildungsreform
Rheinland-Pfalz' "Schulen der Zukunft"-Initiative gestaltet Bildung an fast 100 Schulen neu. Das Programm ermöglicht Pädagoginnen und Pädagogen, innovative Lehrmethoden in der Praxis zu erproben – eng vernetzt mit lokalen Gemeinden, Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Sein Fortbestand hängt nun von der anstehenden Landtagswahl ab, bei der SPD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.
Die Initiative startete als breiter Beteiligungsprozess: Schulen, Hochschulen, Firmen und zivilgesellschaftliche Gruppen brachten sich ein, um Bildung neu zu denken. Über 3.600 Menschen beteiligten sich an digitalen Foren, 770 nahmen an Bürgerversammlungen teil, und 180 diskutierten auf einem Zukunftskongress mit.
Die Schulen reichten eigene Entwicklungskonzepte ein – mit Schwerpunkten wie individualisiertem Lernen, fächerübergreifendem Unterricht oder digitalen Kompetenzen. Manche testeten alternative Leistungsbewertungen oder passten Stundenpläne an, um mehr Flexibilität zu schaffen. Rechtliche Spielräume schaffte dabei Paragraf 20 des Landes-Schulgesetzes, der Ausnahmen von Standardvorgaben während der Erprobungsphase erlaubt.
Um die Ideen zu verfeinern, führten Schulleitungen rund 280 Planungsrunden mit Ministeriumsvertretern und Partnern durch. 18 schulübergreifende Foren und Dutzende kleinere Netzwerktreffen brachten zudem etwa 400 Akteure zusammen. Ziel war es, maßgeschneiderte Lösungen für jede Schule zu entwickeln – bei gleichzeitigem Austausch über bewährte Praktiken.
Doch die CDU stellt die Ausrichtung des Projekts infrage. Parteivertreter kritisieren, es gehe an grundlegenden strukturellen Problemen des Bildungssystems vorbei. Ihr Wahlprogramm setzt stattdessen auf traditionelle Ansätze – ein möglicher Konflikt über die Zukunft der Initiative zeichnet sich ab.
Das Wahlergebnis wird entscheiden, ob das Programm "Schulen der Zukunft" fortgeführt wird. Fast 100 Schulen testen bereits neue Ansätze im Rahmen der Initiative. Bei einer Weiterführung könnte sie nachhaltige Veränderungen bewirken – für das Lernen der Schülerinnen und Schüler wie für den Schulalltag im gesamten Land.