19 March 2026, 20:06

Koblenzer Privatuni kämpft mit Spendenmarathon um ihr Überleben

Zwei Männer schütteln sich vor einer gelben Wand die Hand, wobei der Mann links ein Zertifikat hält, das er von der Universität Ghana erhalten hat.

Koblenzer Privatuni kämpft mit Spendenmarathon um ihr Überleben

Private Universität für Gesellschaftstransformation in Koblenz kämpft ums Überleben

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Die Private Universität für Gesellschaftstransformation in Koblenz ringt um ihr Fortbestehen. Mit nur noch wenigen Wochen, um 400.000 Euro aufzubringen, hat die Hochschule eine dringende Spendenkampagne gestartet, um das Sommersemester zu sichern. Die Krise folgt auf den vorzeitigen Rücktritt ihrer langjährigen Präsidentin, Prof. Dr. Silja Graupe, die nicht nur eine Führungslücke, sondern auch ein finanzielles Loch hinterlässt.

Die 2014 als Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG) gegründete Universität entwickelte sich unter Graupes Führung zu einem Zentrum für gesellschaftlichen Wandel. Ihre Vision prägte den Fokus auf Nachhaltigkeit, Demokratie und kollaboratives Lernen – verbunden mit praxisnahen Projekten wie Schuldenstudien in Sri Lanka. Doch nun steht die Existenz der Hochschule auf dem Spiel, nachdem Graupe aus gesundheitlichen Gründen ihren vorzeitigen Abschied ankündigte.

Die finanzielle Notlage rührt von Graupes ungewöhnlichem Finanzierungsmodell her: Sie trug persönlich 80 Prozent des Budgets im Rahmen einer "unternehmerischen Verantwortung". Ihr Ausscheiden reißt eine kritische Finanzlücke, die die Universität nun durch öffentliche Unterstützung schließen muss. Die Kampagne "Gemeinsam die Brücke zur nächsten Gesellschaft bauen" zielt darauf ab, 500 symbolische "Brückensteine" zu je 800 Euro zu verkaufen – kleinere Spenden sind ebenfalls willkommen. Sollte das Ziel von 400.000 Euro bis zum 22. März nicht erreicht werden, werden alle Beiträge ab 50 Euro zurückerstattet.

Während die Hochschule um Stabilität kämpft, hat sich ein Suchausschuss gebildet, um eine Nachfolge für Graupe zu finden. Als führender Kandidat gilt Prof. Dr. Lars Hochmann. Graupe selbst treibt die Spendenaktion als ihre letzte Amtshandlung voran, um sicherzustellen, dass die von ihr aufgebaute Institution ihre Arbeit in dieser Übergangsphase fortsetzen kann.

Die gesammelten Mittel sollen die unmittelbaren Betriebskosten decken und die langfristige Entwicklung der Universität unterstützen. Mit dem nahenden Kampagnenende hängt die Zukunft der Hochschule davon ab, ob das Finanzziel erreicht wird. Ein Scheitern könnte drastische Maßnahmen erzwingen – von Rückerstattungen bis zu möglichen Programmkürzungen.

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