Koblenzer Oberbürgermeisterwahl: Skandal um disqualifizierte Kandidaten und Wahlchaos
Anna KrauseKoblenzer Oberbürgermeisterwahl: Skandal um disqualifizierte Kandidaten und Wahlchaos
Die Oberbürgermeisterwahl in Koblenz am 26. März hat eine unerwartete Wendung genommen, nachdem zwei weitgehend unbekannte Bewerber ins Rennen gegangen sind. Einer wurde wegen fehlender Voraussetzungen disqualifiziert, während der andere als unberechenbarer Faktor im Wahlkampf gilt. Die Pannen haben die Stadtverwaltung in die Kritik gebracht und eine an sich klare Abstimmung mit Unwägbarkeiten belastet.
Ursprünglich hatte Koblenz vier Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl nominiert, darunter zwei Namen, die kaum jemand kannte: Ralf Devant und Arian Tavasoli. Tavasoli, ein iranischer Staatsbürger, wurde später von der Wahlliste gestrichen, nachdem die Behörden bestätigt hatten, dass er die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllte – nur deutsche oder EU-Bürger dürfen für das Amt kandidieren.
Tavasoli hatte zuvor mit ungewöhnlichen Aussagen auf sich aufmerksam gemacht, darunter die Behauptung, sowohl der AfD als auch der CDU anzugehören. Zudem versprach er, im Falle seiner Wahl eine Million Euro an AfD-Mitglieder und Koblenzer Bürger zu spenden. Trotz dieser Aussagen hatte die Stadt seine Kandidatur zunächst genehmigt, was Fragen zum Prüfverfahren aufwarf.
Der verbleibende Außenseiter, Ralf Devant, beschreibt sich selbst als schwerbehindert und politisch pragmatisch. Zwar gibt er an, CDU-Mitglied zu sein, doch fühlt er sich den Positionen der SPD näher. Sein Wahlkampf konzentriert sich darauf, Verwaltungsabläufe effizienter und bürgerfreundlicher zu gestalten. Konkrete Pläne für eine mögliche Amtszeit hat er jedoch in öffentlichen Quellen nicht vorgelegt.
Favoritin bleibt Dagmar Kranz von der CDU, während Devant als Außenseiter gilt. Durch die Disqualifizierung Tavolis verbleiben nur noch drei Kandidaten im Rennen, doch die Versäumnisse haben bereits Kritik an der Handhabung des Verfahrens durch die Stadt ausgelöst.
Der Wahl-Eklat hat Schwächen im Koblenzer Prüfsystem für Kandidaten offenbart – die Verantwortlichen müssen sich nun auf harte Fragen zur mangelnden Kontrolle einstellen. Devants Kandidatur, auch wenn sie kaum Aussicht auf Erfolg hat, hat die Debatte im Wahlkampf neu belebt. Die Abstimmung am 26. März wird nun mit drei Bewerbern stattfinden, doch die Kontroverse könnte noch über den Wahltag hinaus nachwirken.