29 June 2026, 20:13

Klassikwelt im Umbruch: Sanierungen, Streit und künstlerische Erfolge polarisieren die Szene

Zu viel Hysterie!

Klassikwelt im Umbruch: Sanierungen, Streit und künstlerische Erfolge polarisieren die Szene

Die Klassikwelt ist in Aufruhr: Debatten über künstlerische Ausrichtungen, Führungswechsel und große Sanierungsvorhaben prägen die Szene. Von Streitigkeiten um Spielstätten in Berlin bis hin zu Vertragsfragen bei der Philharmonie – die Branche steht vor Herausforderungen, erntet aber auch Lob für innovative künstlerische Projekte.

In Berlin wird weiterhin über einen vorübergehenden Standort für die Philharmonie während der für 2032 geplanten Sanierung diskutiert. Die Stadt favorisiert das ICC, doch Philharmonie-Direktorin Andrea Zietzschmann zeigt sich skeptisch. Eine Umfrage von BackstageClassical ergab, dass 66 Prozent der Befragten den Flughafen Tempelhof als Alternative bevorzugen, während das ICC nur auf fünf Prozent kommt und andere Standorte bei 29 Prozent liegen.

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Auch die Zukunft von Andrea Zietzschmann steht zur Debatte: Gerüchten zufolge könnte ihr Vertrag nicht über 2028 hinaus verlängert werden. Unterdessen hat Karin Bergmann, die Nachfolgerin von Markus Hinterhäuser, angeboten, dessen geplante Konzerte zu übernehmen – eine Antwort von ihm steht jedoch noch aus.

Die Sanierungskosten für die Salzburger Festspiele sind mittlerweile auf 635 Millionen Euro gestiegen, deutlich mehr als die ursprünglich veranschlagten 519 Millionen. In München hat Tobias Kratzers Ring-Zyklus, darunter Die Walküre, begeisterte Kritik geerntet.

Kontroversen gibt es auch an anderen Fronten: John Eliot Gardeners Auftritt beim Leipziger Bachfest stieß auf Kritik, während Matthias Goerne seine geplanten Konzerte in Israel absagte mit der Begründung, er sei „nicht reisefähig“. Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda unterstützte öffentlich Michel Friedmans Position zur kulturellen Identität Bayreuths.

Im Medienbereich sorgt die Entscheidung des MDR, sein klassisches DAB+-Programm durch BR-Klassik zu ersetzen, für Widerstand – unter anderem von Annette Josef. Oliver Wille, Leiter der Hitzacker Sommer-Musiktage, nutzte den BackstageClassical-Podcast, um für einen ernsthafteren und werktreueren Umgang mit Musik zu plädieren.

Die Klassikszene bewegt sich zwischen logistischen Hürden, künstlerischen Erfolgen und Führungsfragen. Steigende Kosten, Debatten um Spielstätten und Vertragsunsicherheiten verdeutlichen die aktuelle Instabilität des Sektors, während neue Produktionen und öffentliche Diskussionen die Debatte lebendig halten.

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