07 April 2026, 16:08

Junge Aktivisten schaffen Gedenktafel für 155 jüdische Opfer aus Halle

Gedenktafel aus dunklem Material mit verziertem Rahmen an einer Gebäudewand angebracht.

Junge Aktivisten schaffen Gedenktafel für 155 jüdische Opfer aus Halle

Ein neues Gedenkprojekt in Halle würdigt 155 jüdische Opfer, die während der NS-Zeit aus der Stadt in das Vernichtungslager Sobibor deportiert wurden. Mit Hilfe von Metallschrott gestalten junge Aktivist:innen gemeinsam mit einem Comic-Künstler ein bleibendes Denkmal am ehemaligen Ort des Grauens.

Das Design der Gedenktafel zeigt zwei Hände – eine große und eine kleine –, die sowohl Widerstandskraft als auch den Verlust der deportierten Familien aus Halle symbolisieren.

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Das Projekt begann mit Jugendlichen, die durch lokale Spendenaktionen Gelder für das Denkmal sammelten. Ihre Bemühungen werden bald in einer Gedenktafel münden, die im Gedenkbereich von Sobibor angebracht wird und an das Schicksal der ermordeten jüdischen Bewohner:innen Halles erinnert.

Das Kunstwerk, das in Zusammenarbeit mit dem Comic-Künstler Nils Oskamp entstand, zeigt zwei Hände, die zueinander greifen. Die größere Hand steht für Familien wie die Baers und die Sachs, die einander bis zuletzt unterstützten. Die kleinere Hand ehrt die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer aus Halle, und symbolisiert die geraubte Zukunft der Kinder unter der NS-Verfolgung.

Neben der Spendenaktion verfassen die jungen Teilnehmenden persönliche Reflexionen in einem Tagebuch der Gefühle. Diese Sammlung hält ihre Gedanken über das Leben der Opfer und die Auswirkungen der Shoah fest. Ihr Engagement gipfelt 2026 in einer Bildungsreise nach Sobibor, wo sie die fertige Gedenktafel sehen und mehr über die Geschichte des Ortes erfahren werden.

Ein Hallescher Steinmetz arbeitet derzeit an der Tafel, die als dauerhafte Erinnerung an die 155 Männer, Frauen und Kinder aus Halle dienen soll, die in Sobibor ermordet wurden. Das Denkmal wird im Gedenkbereich des ehemaligen Lagers stehen und dafür sorgen, dass die Geschichten der Opfer nicht in Vergessenheit geraten. Das Projekt verbindet zudem jüngere Generationen auf kreative und bildende Weise mit dieser Geschichte. Die Reise nach Sobibor im Jahr 2026 wird ihr Verständnis für die Vergangenheit weiter vertiefen.

Quelle