IMK blockiert neue Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien trotz Pyro-Chaos
Jakob KrausIMK blockiert neue Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien trotz Pyro-Chaos
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat sich vorerst gegen die Einführung neuer Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt in Fußballstadien entschieden. Die Entscheidung folgt auf jüngste Vorfälle, darunter das DFB-Pokalfinale im Mai, das die anhaltenden Sicherheitsbedenken verdeutlichte. Innenminister und Vereine bleiben uneins darüber, wie das Problem wirksam angegangen werden kann.
In den Beratungen bestätigte die IMK-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“, dass sie derzeit keinen Plan für eine strengere Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots vorlegen werde. Im Abschlussbericht hieß es, dass es keine einfache Lösung gebe und das Problem nicht allein von einer Seite gelöst werden könne. Gleichzeitig wurde Pyrotechnik als erhebliches Sicherheitsrisiko eingestuft, und es wurden konsequentere Sanktionen gefordert.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) kritisierte den Schiedsrichter, weil dieser das DFB-Pokalfinale trotz abbrennender Fackeln nicht unterbrochen habe. Die bisherigen Bemühungen zur Eindämmung von Fußballgewalt reichten seiner Meinung nach nicht aus. Reul forderte die Vereine auf, härter durchzugreifen – etwa durch strengere Einlasskontrollen, Durchsuchungen der Ultra-Fanbereiche und bessere Videoüberwachung, um das Werfen von Gegenständen zu verhindern.
Der Streit zwischen Ministern und Vereinen dreht sich vor allem um die Umsetzbarkeit flächendeckender Stadionkontrollen. Trotz der jüngsten spektakulären Vorfälle hat die IMK weitere Schritte vorerst vertagt. Das Thema soll nun auf der Herbstkonferenz erneut beraten werden.
Bis auf Weiteres werden keine zusätzlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Stadiongewalt ergriffen. Der Bericht der Arbeitsgruppe unterstreicht die Komplexität des Problems, insbesondere im Umgang mit Pyrotechnik. Die Diskussion wird später in diesem Jahr fortgesetzt, wenn die IMK wieder zusammentritt.






