23 June 2026, 20:04

Gericht stoppt Spiegel-Bericht zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Bericht zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal

Ein deutsches Gericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel erlassen und dem Magazin untersagt, zentrale Vorwürfe in einem Deepfake-Skandal zu veröffentlichen. Betroffen sind der Schauspieler Christian Ulmen und seine Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes. Das Urteil verbietet dem Medium, bestimmte Behauptungen über KI-generierte Videos und gefälschte Social-Media-Profile zu wiederholen.

Das Hanseatische Oberlandesgericht urteilte, dass es keine ausreichenden Beweise für Fernandes’ Vorwürfe gibt, Ulmen habe mit ihrer Hilfe pornografische Deepfakes erstellt und verbreitet. Zudem darf Der Spiegel nicht behaupten, Ulmen habe gefälschte Social-Media-Profile unter ihrem Namen angelegt oder sie in sexuellen Gesprächen vorgetäuscht. Allerdings bleibt es dem Magazin erlaubt, über Fernandes’ Anschuldigungen wegen körperlicher Gewalt gegen Ulmen zu berichten.

In einem weiteren Verfahren entschied das Landgericht Hamburg im Mai, dass Zitate aus einer 50 Jahre alten E-Mail Ulmens an seinen Verteidiger zum „höchstpersönlichen Lebensbereich“ gehören und damit nicht veröffentlicht werden dürfen. Dies folgt auf eine Klage Ulmens gegen Der Spiegel im April.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derzeit gegen Ulmen wegen des Vorwurfs der häuslichen Gewalt. Seine Kanzlei Schertz-Bergmann argumentiert, die ursprüngliche Berichterstattung des Spiegel habe zu einer überzogenen Medienpräsenz und einer einseitigen öffentlichen Debatte geführt.

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Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte unterdessen Pläne an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und „digitale sexualisierte Gewalt“ zu verschärfen. Der Rechtsstreit zeigt die anhaltenden Herausforderungen auf, solche Vorwürfe zu behandeln, ohne dabei Privatsphäre und Meinungsfreiheit zu gefährden. Die Gerichtsentscheidungen setzen klare Grenzen, was über den Fall veröffentlicht werden darf.

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