Gauck plädiert für eine Bundespräsidentin – aber nicht um jeden Preis
Amelie SeidelGauck plädiert für eine Bundespräsidentin – aber nicht um jeden Preis
Altbundespräsident Joachim Gauck hat sich dafür ausgesprochen, dass eine Frau Frank-Walter Steinmeier im Amt des Bundespräsidenten nachfolgen sollte. Eine solche Entscheidung sei ein logisches und passendes Signal für das Land, so Gauck. Gleichzeitig betonte er, dass der entscheidende Faktor darin bestehe, eine überzeugende und einigende Persönlichkeit zu finden.
Gauck hält die Wahl einer Frau aus praktischen Gründen für absolut angemessen. Dies würde ein starkes Zeichen für Repräsentation und Fortschritt setzen, warnte jedoch davor, die Debatte allein auf das Geschlecht zu reduzieren.
Der ehemalige Bundespräsident machte deutlich, dass auch ein Mann für das höchste Staatsamt infrage kommen müsse. Seine Hauptsorge gelte der Fähigkeit des künftigen Amtsinhabers, die Nation zu einen und zu inspirieren. Gauck besteht darauf, dass es vor allem auf Kompetenz und Führungsstärke ankomme – nicht auf Identitätspolitik.
Gaucks Äußerungen unterstreichen die Gratwanderung zwischen symbolischem Fortschritt und praktischen Erfordernissen. Eine Bundespräsidentin wäre zwar ein bedeutender Schritt, doch müsse die Entscheidung vor allem die richtige Kandidatin oder den richtigen Kandidaten in den Mittelpunkt stellen. Die Diskussion dauert an, während sich Deutschland auf die nächste Wahl des Bundespräsidenten vorbereitet.
