Galeria vor dem Kollaps: 30 Filialen drohen zu schließen – und 12.000 Jobs hängen am seidenen Faden
Amelie SeidelGaleria vor dem Kollaps: 30 Filialen drohen zu schließen – und 12.000 Jobs hängen am seidenen Faden
Galeria-Kaufhauskette steht vor neuer Finanzkrise
Die deutsche Warenhauskette Galeria kämpft mit einer erneuten finanziellen Schieflage. Um eine Insolvenz abzuwenden, benötigt das Unternehmen dringend frisches Kapital und verhandelt derzeit mit dem US-Investor Gordon Brothers über ein Darlehen in Höhe von 160 Millionen Euro.
Mit dem Kredit soll eine bestehende Schuldenlast von 80 Millionen Euro umgeschuldet und ausstehende Mietzahlungen beglichen werden. Aufgrund der angespannten Finanzlage hat Galeria die Bestellungen für neue Ware in seinen 83 Filialen bereits drastisch gekürzt. Vorstandschef Tilo Hellenbock drosselte die Einkäufe, um die Liquidität zu entlasten.
Gordon Brothers plant im Rahmen einer Sanierung die Schließung von etwa 30 der 83 Standorte sowie eine Verringerung der Verkaufsflächen. Ungewiss ist nun die Zukunft der Filiale in der Mainzer Altstadt. Um kurzfristig Mittel zu generieren, treibt Galeria derzeit mit Rabatten von bis zu 70 Prozent den Abverkauf voran – auch, um die Gehälter der 12.000 Beschäftigten zu sichern.
Branchenkenner warnen jedoch, dass der Kredit allein die langfristige Rettung des Unternehmens nicht garantiert. Die Kette verbucht weiterhin monatliche Verluste in Millionenhöhe. Scheitern die Verhandlungen mit Gordon Brothers, könnten bereits in diesem Sommer erste Filialen wegen Warenmangels schließen. Ein Platzen des Deals würde wohl das Aus für Galeria bedeuten.
Ziel der Restrukturierung ist es, die Kosten zu senken und das Unternehmen bis 2028 wieder in die Gewinnzone zu führen. Ohne die dringend benötigte Finanzspritze könnte Galeria die kommenden Monate jedoch nicht überstehen. Die Gespräche mit Gordon Brothers werden nun über das Schicksal des Unternehmens und seiner Belegschaft entscheiden.






