Forscher entwickeln CO₂-freien Zement aus Industrieabfällen und Ton
Elias LehmannForscher entwickeln CO₂-freien Zement aus Industrieabfällen und Ton
Ein neues Forschungsprojekt erforscht Wege, um die CO₂-Emissionen in der Baubranche zu reduzieren. Wissenschaftler:innen der Universität Trier entwickeln nachhaltige Alternativen zu herkömmlichem Zement – unter Verwendung von Industrieabfällen und Ton. Ziel der Initiative ist es, den klassischen Portlandzement zu ersetzen, der derzeit etwa acht Prozent der globalen CO₂-Emissionen verursacht.
Das Team arbeitet an Geopolymerzement, einem Material, das bei der Herstellung kein CO₂ freisetzt. Im Gegensatz zu herkömmlichem Zement erfordert es niedrigere Brenntemperaturen und nutzt Ton oder industrielle Nebenprodukte als Hauptbestandteile. Dazu zählen tonhaltige Schlämme, Siliziumstaub und andere bisher kaum genutzte Bergbauabfälle aus der Region.
Geopolymerzement bietet zudem praktische Vorteile: Es ist säure- und hitzebeständiger als Standardzement, bleibt flexibel und lässt sich mit einer glatten, glänzenden Oberfläche veredeln. Mögliche Anwendungen reichen von Rohren und Wannen über hitzebeständige Ziegel und Schutzbeschichtungen bis hin zu Ersatzmaterialien für Metall.
Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und umfasst mehrere Partner. In den nächsten zwei Jahren werden die Forscher:innen diese Materialien als Bindemittel in der Zementproduktion testen. Bei Erfolg könnten die neuen Rezepturen die Umweltbelastung des Baugewerbes deutlich verringern.
Im Mittelpunkt der Studie steht die Umwandlung von CO₂-armen Abfällen in brauchbare Baustoffe. Durch den Ersatz von Portlandzement hofft das Team, die Emissionen zu senken und gleichzeitig haltbarere, vielseitigere Produkte zu schaffen. Die Ergebnisse könnten in den kommenden Jahren die Herangehensweise der Branche an nachhaltiges Bauen grundlegend verändern.






