21 June 2026, 02:05

Felbermayrs radikale Rentenreform: Später in Pension, weniger Beamte – was jetzt kommt

Wirtschaftsberater für die Verknüpfung des Renteneintrittsalters mit der Lebenserwartung

Felbermayrs radikale Rentenreform: Später in Pension, weniger Beamte – was jetzt kommt

Der Ökonom Gabriel Felbermayr hat neue Vorschläge zur Reform des deutschen Rentensystems und des öffentlichen Dienstes vorgelegt. Seine Ideen kommen kurz vor dem Bericht der Rentenkommission der Bundesregierung, der am Dienstag veröffentlicht werden soll. Die Pläne zielen darauf ab, die finanzielle Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit zu stärken.

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Felbermayr schlägt vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Nach seinem Konzept müssten die Menschen einen Teil der zusätzlichen Lebenszeit arbeiten, falls die Lebenserwartung um ein Jahr steigt. Dies würde seiner Meinung nach die Renten absichern, ohne die Leistungen zu kürzen.

Zudem plädiert er für eine Änderung der jährlichen Rentenanpassung. Statt die Erhöhungen an die durchschnittliche Lohnentwicklung zu binden, sollte seiner Ansicht nach die Inflation als Maßstab dienen. Dadurch ließe sich die Kaufkraft der Rentner schützen und gleichzeitig öffentliche Mittel sparen.

Bei der Reform des öffentlichen Dienstes kritisiert Felbermayr die hohe Zahl verbeamterter Beschäftigter in Deutschland. Seiner Überzeugung nach sollten nur Berufe mit hoheitlichen Aufgaben – wie Polizisten und Richter – diesen Status erhalten. Eine Reduzierung der Beamtenstellen würde aus seiner Sicht das Gefühl einer Zweiklassengesellschaft beenden. Als Vorbild nennt er Österreich und lehnt Forderungen ab, Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen – dies sei eine Ablenkung.

Felbermayr verweist darauf, dass viele OECD-Länder bereits ähnliche Rentenanpassungen umgesetzt haben. Er betrachtet die Maßnahmen als pragmatische Schritte und nicht als radikale Veränderungen.

Die Vorschläge des Ökonomen konzentrieren sich auf Kosteneinsparungen und Stabilität im Rentensystem. Gleichzeitig soll der Beamtenstatus auf unverzichtbare Funktionen beschränkt werden. Der anstehende Regierungsbericht könnte diese Ideen im Rahmen umfassender Reformen aufgreifen.

Quelle