19 June 2026, 18:05

EU-Souveränitätspaket vernachlässigt Open-Source-Hardware als Schlüssel zur technologischen Unabhängigkeit

Ohne Open-Source-Hardware gibt es keine EU-Tech-Souveränität

EU-Souveränitätspaket vernachlässigt Open-Source-Hardware als Schlüssel zur technologischen Unabhängigkeit

Die EU hat ihr Technologische-Souveränitäts-Paket vorgestellt, um Abhängigkeiten in Schlüsseltechnologien zu verringern. Doch Open-Source-Hardware bleibt trotz ihres Potenzials, Europas Autonomie zu stärken, weitgehend unberücksichtigt. Zwar werden RISC-V und Open-Source-EDA-Tools erwähnt, doch eine Priorisierung fehlt.

Das Paket umfasst Maßnahmen wie den Chips Act 2.0 und den Vorschlag einer „Open EU Foundry“, um die Abhängigkeit in der Fertigung zu verringern. Allerdings vernachlässigt es die tieferliegenden Herausforderungen der physikalischen Hardware-Ebene, wo Abhängigkeiten schwerer zu überwinden sind als bei Software.

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Open-Source-Hardware könnte – ähnlich wie Open-Source-Software – Transparenz, Prüfbarkeit und Anpassungsfähigkeit bieten. Eine Ausweitung des Prinzips „Öffentliches Geld, öffentlicher Code“ auf Hardware könnte Verschwendung reduzieren und kommerzielle Alternativen fördern. Doch das Paket setzt hier keine Akzente.

Wichtige Bereiche wie Robotik, Edge Computing, Netzwerk-Hardware und wissenschaftliche Messtechnik werden kaum behandelt. Europa verfügt hier über Stärken und Schwächen, doch die Strategie bietet keine klaren Lösungen. Das Fehlen eines europäischen Herstellers für Hochleistungs-Server unterstreicht die Lücke zusätzlich.

Auch der Fachkräftemangel von über 100.000 Spezialisten in Chipdesign und EDA bleibt unbeantwortet. Die im Paket vorgesehenen Qualifizierungsmaßnahmen reichen bei Weitem nicht aus. Zudem ignoriert es die Stack-Kohärenz: Selbst souveräne Software auf fremdkontrollierter Hardware lässt Europa teilweise abhängig.

Das Technologische-Souveränitäts-Paket skizziert Schritte zur Stärkung der europäischen Technologieautonomie. Doch ohne stärkere Förderung von Open-Source-Hardware und einer umfassenderen Strategie für kritische Sektoren könnte seine Wirkung begrenzt bleiben. Fehlende konkrete Maßnahmen in den Bereichen Fachkräfte, Stack-Kohärenz und Hardware-Design hinterlassen erhebliche Lücken.

Quelle