15 March 2026, 08:08

Digitales Grenzsystem EES startet im Schengen-Raum – was Reisende jetzt wissen müssen

Eine Gruppe von Polizeibeamten steht vor einem großen Gebäude mit Fenstern, Säulen und Bögen, mit Fahrzeugen auf der Straße und einer Person mit einer Kamera auf der linken Seite, unter einem klaren blauen Himmel mit Bäumen, Verkehrsampeln und Fahnen im Hintergrund.

Digitales Grenzsystem EES startet im Schengen-Raum – was Reisende jetzt wissen müssen

Neues digitales Grenzsystem im Schengen-Raum gestartet

Seit dem 6. Oktober 2024 ist das Einreise-/Ausreisesystem (EES) im gesamten Schengen-Raum in Betrieb und ersetzt die bisherige manuelle Passstempelung. Die Behörden versprechen sich davon sicherere und effizientere Grenzkontrollen, da das System mithilfe biometrischer Daten Reisende in Echtzeit erfasst.

Das EES registriert Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern, indem es Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdaten speichert. Diese Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank hinterlegt, was schnellere Identitätsprüfungen ermöglicht und das Risiko von Betrug verringert. Zudem soll das System Reisende identifizieren, die ihre erlaubte Aufenthaltsdauer im Schengen-Raum überschreiten.

Allein die Flughäfen Nürnberg und Memmingen verzeichnen jährlich über drei Millionen Schengen-Ein- und -Ausreisen. Angesichts steigender Passagierzahlen – in Nürnberg wurden 2025 mit 4,5 Millionen Reisenden ein Rekord verzeichnet – soll das neue System die Wartezeiten an den Grenzkontrollen verkürzen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte, dass das EES in Kombination mit verschärften Landgrenzenkontrollen eine präzisere Überwachung des Flugverkehrs ermöglicht.

Da das System erst Ende 2024 eingeführt wurde, wurden 2023 noch keine Drittstaatsangehörigen im EES erfasst. Die vollständige Umsetzung wird bis April 2026 andauern. Der Schengen-Raum setzt auf strenge Außengrenzkontrollen, um die Binnenfreiheit zu gewährleisten – das EES soll dieses Gleichgewicht unterstützen.

Mit dem EES vollzieht sich der Wandel von papierbasierten Kontrollen hin zu einer automatisierten biometrischen Erfassung. Es wird den Behörden helfen, Überzieher des Visums effizienter zu erkennen und Identitätsbetrug besser zu verhindern. Während der schrittweisen Einführung werden Flughäfen und Grenzbehörden in den kommenden Monaten an die neuen digitalen Abläufe angepasst.

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