Dierfelds perfekte Wahlbeteiligung: Wie acht Wähler Geschichte schrieben
Jakob KrausDierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Dierfelds perfekte Wahlbeteiligung: Wie acht Wähler Geschichte schrieben
Dierfeld, die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, verzeichnete bei der jüngsten Landtagswahl eine perfekte Wahlbeteiligung. Alle acht wahlberechtigten Einwohner gaben ihre Stimme ab – eine vollständige Beteiligung. Um die Anonymität zu wahren, schloss sich das winzige Dorf für den Wahlvorgang mit dem benachbarten Manderscheid zusammen.
In Dierfeld leben nur 15 Menschen, die meisten davon sind Familienmitglieder oder Angestellte eines historischen Gutshofs. Das Anwesen, einst ein Jagdschloss aus dem 16. Jahrhundert, liegt mitten in 14 Hektar Gemeinschaftswald und 180 Hektar Privatforst. Trotz seiner geringen Größe verfügt das Dorf über eine eigene Kapelle, einen Friedhof und ein ausgeprägtes Unabhängigkeitsgefühl.
Für die Landtagswahl waren mindestens 30 Stimmzettel pro Wahlurne vorgeschrieben, um die Vertraulichkeit zu gewährleisten. Da Dierfeld nur acht Wähler stellte, bildete es mit Manderscheid einen gemeinsamen Wahlbezirk. Die Stimmzettel wurden vom Bürgermeister eingesammelt und in Manderscheid ausgezählt – so ließ sich nicht zurückverfolgen, wer wie gewählt hatte.
Rheinland-Pfalz zählt rund 2.300 Gemeinden, von denen etwa 140 weniger als 100 Einwohner haben. Auch andere winzige Dörfer im Kreis Eifel, wie Hamm (16 Einwohner) oder Keppeshausen (17), stehen vor ähnlichen Herausforderungen, die Wahlgeheimhaltung zu sichern.
Dierfelds Lösung garantiert sowohl die Privatsphäre der Wähler als auch die vollständige Teilnahme. Das Vorgehen zeigt, wie sich kleine Gemeinden an Wahlregeln anpassen. Ohne solche Maßnahmen wäre der Schutz der Anonymität in Mini-Gemeinden kaum möglich.






