Deutsches BIP wächst leicht – doch Materialengpässe bremsen die Industrie aus
Jakob KrausDeutsches BIP wächst leicht – doch Materialengpässe bremsen die Industrie aus
Die deutsche Wirtschaft zeigte zu Beginn des Jahres 2026 ein moderates Wachstum, doch Materialengpässe belasten weiterhin zentrale Branchen. Zwar stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) leicht an, doch viele Hersteller kämpfen nach wie vor mit der Beschaffung essenzieller Rohstoffe. Die Probleme sind dabei je nach Sektor sehr unterschiedlich ausgeprägt – manche Branchen sind deutlich stärker betroffen als andere.
Laut offiziellen Zahlen legte das deutsche BIP im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent zu. Im Vergleich zum vorherigen Quartal fiel das Wachstum mit nur 0,3 Prozent jedoch deutlich schwächer aus. Diese Zuwächse zeigen sich, während die Industrie weiterhin mit Lieferkettenstörungen zu kämpfen hat.
Im April 2026 gaben 13,8 Prozent der Industrieunternehmen an, Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung zu haben. Dies stellt einen deutlichen Rückgang gegenüber Januar dar, als noch 5,8 Prozent der Betriebe von solchen Engpässen betroffen waren. Die Probleme verteilen sich jedoch weiterhin ungleichmäßig auf die verschiedenen Sektoren.
Am stärksten betroffen ist die chemische Industrie: 31,1 Prozent der Hersteller klagen über schwere Materialknappheit. Auch die Hersteller von Gummi- und Kunststoffprodukten sind mit 22,9 Prozent stark belastet, gefolgt von Unternehmen der Elektroindustrie, bei denen 17,2 Prozent Lieferprobleme melden.
Andere Branchen verzeichnen weniger Schwierigkeiten. Im Maschinenbau sind 14,8 Prozent der Betriebe von Engpässen betroffen, während die Glas- und Keramikindustrie bei 4,2 Prozent liegt. Die Textilhersteller kommen vergleichsweise gut durch die Krise – hier haben nur 4,1 Prozent Probleme bei der Materialbeschaffung.
Die aktuellen Daten zeichnen ein gemischtes Bild der deutschen Wirtschaftslage: Zwar kehrt das Wachstum zurück, doch Materialengpässe bleiben für einen erheblichen Teil der Industrie ein Problem. Besonders die chemische Branche steht unter Druck, während andere Sektoren Anzeichen einer Stabilisierung zeigen.






