30 June 2026, 00:09

Deutsche Industrie verliert seit 2019 jeden siebten Job – und der Abwärtstrend hält an

Bis zu 100.000 Jobs in Gefahr: Wohin die deutsche Industrie immer mehr wandert

Deutsche Industrie verliert seit 2019 jeden siebten Job – und der Abwärtstrend hält an

Die deutsche Industrie hat seit 2019 insgesamt 341.500 Arbeitsplätze abgebaut – das entspricht jedem siebzehnten Job. Hohe Lohnkosten, Bürokratie und Energiepreise treiben Unternehmen dazu, Produktion und Forschung ins Ausland zu verlagern.

Bis Ende des ersten Quartals 2026 gingen weitere 127.300 Stellen verloren, ein Rückgang um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein der Chemiekonzern Evonik plant, 3.200 Arbeitsplätze abzubauen, größtenteils in Deutschland.

Die hohen Arbeitskosten bleiben ein zentrales Problem: Sie liegen 22 Prozent über dem EU-Durchschnitt und sind mehr als doppelt so hoch wie in Asien oder Osteuropa. Dies veranlasst viele Unternehmen zu einer „local for local“-Strategie, bei der Produkte näher an den Absatzmärkten entwickelt werden.

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Fast die Hälfte der Firmen beabsichtigt, bis 2030 mehr Forschung und Entwicklung in Regionen wie China zu verlagern. Gleichzeitig stärken viele ihr Engagement in Indien, vor allem mit dem Ziel, den Umsatz zu steigern – allerdings mit nur wenigen neuen Arbeitsplätzen. Rund 40 Prozent der Investitionsbudgets bis 2030 fließen dennoch nach Deutschland, vor allem in die Instandhaltung von Anlagen und Automatisierung.

Nur 16 Prozent der Unternehmen planen, in Deutschland neue Arbeitskräfte einzustellen – eine ähnliche Zurückhaltung zeigt sich in ganz Westeuropa. Lieferkettenstörungen und Kostendruck verändern weiterhin Standortentscheidungen und Produktionsstrukturen der deutschen Industrie. Der Trend zur Verlagerung und lokalen Fertigung zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung.

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