BTS-Gratiskonzert in Seoul könnte 165 Millionen Euro Wirtschaftswunder auslösen
Elias LehmannBTS-Gratiskonzert in Seoul könnte 165 Millionen Euro Wirtschaftswunder auslösen
BTS' hocherwartetes Gratiskonzert in Seoul soll der Stadt massive wirtschaftliche Vorteile bringen. Das von HYBE organisierte Event findet an zentralen öffentlichen Orten statt, darunter der Gyeongbok-Palast und der Gwanghwamun-Platz. Analysten zufolge könnte der wirtschaftliche Multiplikatoreffekt mit einigen der größten Welttourneen konkurrieren.
HYBE hat die notwendigen Genehmigungen für die Nutzung mehrerer prominenter Veranstaltungsorte erhalten. Das Unternehmen zahlt 61,2 Millionen Won für Dreharbeiten und Auftritte im Gyeongbok-Palast und am Sungnyemun-Tor. Weitere 30 Millionen Won entfallen auf die siebentägige Nutzung des Gwanghwamun-Platzes, einschließlich Aufbau und Abbau. Insgesamt belaufen sich HYBEs Zahlungen für öffentliche Flächen und Kulturerbestätten auf rund 90 Millionen Won (etwa 62.000 Euro).
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Veranstaltung dürften beträchtlich sein. Laut Schätzungen von Bloomberg könnte das kostenlose Konzert an nur einem Tag rund 177 Millionen US-Dollar (etwa 165 Millionen Euro) für Seoul generieren. Dies deckt sich mit Prognosen, wonach die anstehende "Arirang"-Welttournee von BTS wirtschaftliche Effekte von bis zu 100 Billionen Won (rund 68 Milliarden Euro) erzielen könnte – vergleichbar mit den rekordverdächtigen Tourneen von Taylor Swift.
Die Sicherheitsvorkehrungen für das Event sind umfangreich: Über 10.000 Einsatzkräfte werden für Crowd-Management und Sicherheit abgestellt. Vize-Ministerpräsident Koo Yun-cheol betonte zudem die möglichen immateriellen Vorteile des Konzerts, die seiner Meinung nach die unmittelbaren finanziellen Gewinne bei Weitem übersteigen könnten.
Frühere BTS-Konzerte in Seoul – wie die vier Auftritte im Olympiastadion 2019 – brachten schätzungsweise 56,5 Milliarden Won (rund 39 Millionen Euro) durch Tourismus, Hotelübernachtungen und Einzelhandel ein. Zwar erwirtschafteten Taylor Swifts "Eras Tour"-Konzerte in Städten wie Los Angeles und Tokio mit bis zu 320 bzw. 400 Millionen US-Dollar höhere Gesamterlöse, doch blieb BTS' Effizienz pro Konzert stark. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch Swifts höhere Ticketpreise und ihre größere internationale Reichweite.
Die finanziellen und kulturellen Auswirkungen des Konzerts dürften erheblich sein. Angesichts der Tatsache, dass HYBEs Zahlungen für die Standortnutzung unter 100 Millionen Won bleiben, zeigt die Veranstaltung, wie strategische öffentlich-private Partnerschaften wirtschaftliche Effekte verstärken können. Behörden und Analysten beobachten gespannt, wie Seoul sich auf einen deutlichen Schub bei Einnahmen und globaler Sichtbarkeit vorbereitet.






