17 June 2026, 17:56

Brandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr für politische Bildung – Kritik an "Kriegspropaganda"

Deutsche Militärjugendoffiziere können Schulen besuchen

Brandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr für politische Bildung – Kritik an "Kriegspropaganda"

Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Förderung der politischen Bildung

Das Bildungsministerium Brandenburgs und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die politische Bildung an Schulen zu stärken. Das Abkommen schafft einen verbindlichen Rahmen für die langjährige Zusammenarbeit und zielt darauf ab, das kritische Denken der Schülerinnen und Schüler zu fördern sowie Einblicke in staatliche Verantwortung zu vermitteln.

Im Rahmen der Vereinbarung können Jugendoffiziere der Bundeswehr als externe Referentinnen und Referenten in den Unterricht eingeladen werden. Sie stehen als Gesprächspartner zu Themen wie deutscher Außen- und Sicherheitspolitik, globalem Krisenmanagement sowie nationalen und europäischen Sicherheitsinteressen zur Verfügung. Die Schulen entscheiden eigenständig über eine Einbindung, wobei alle Aktivitäten im Einklang mit dem bestehenden Lehrplan stehen müssen.

Die Jugendoffiziere verpflichten sich dabei zu den Grundsätzen des Beutelsbacher Konsenses, der eine Indoktrination ausdrücklich verbietet. Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte die Bedeutung einer vielperspektivischen Auseinandersetzung mit sicherheitspolitischen Fragen. Er sieht in der Vereinbarung eine Chance, bei Schülerinnen und Schülern eine fundierte Debattenkultur zu fördern.

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Die BSW-Fraktion im Landtag übt scharfe Kritik an dem Vorhaben. Sie bezeichnet die Kooperation als „institutionalisierte Kriegspropaganda“ im Klassenzimmer und fordert deren sofortige Aussetzung.

Die Vereinbarung ist bereits in Kraft getreten, ihre Umsetzung liegt jedoch in der Hand der einzelnen Schulen, die frei darüber entscheiden, ob sie Jugendoffiziere einladen. Gegner der Initiative halten weiterhin an ihrer Ablehnung fest und verlangen eine Rücknahme des Abkommens.

Quelle