Brandanschläge in Leibertingen: 23-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht
Jakob KrausBrandanschläge in Leibertingen: 23-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht
Ein 23-jähriger Mann muss sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten, nachdem er im baden-württembergischen Leibertingen eine Serie von Brandanschlägen mit Molotowcocktails verübt haben soll. Tobias K. gestand die Taten von Oktober vergangenen Jahres, wobei die Staatsanwaltschaft ein linksradikales Motiv annimmt. Der Prozess vor dem Landgericht Hechingen dreht sich um einen Angriff auf das Wohnhaus eines ehemaligen AfD-Politikers.
Der Vorfall begann, als Tobias K. nach Angaben der Anklage AfD-Parolen auf einem Auto entdeckt haben soll, die er später als Provokation bezeichnete. Daraufhin zündete er einen Molotowcocktail und setzte das Fahrzeug der Lebensgefährtin von Michael K. in Brand. Michael K., ein ehemaliger lokaler AfD-Politiker, erlitt Verbrennungen, als er versuchte, die Flammen zu löschen.
Laut Staatsanwaltschaft warf Tobias K. anschließend einen weiteren Molotowcocktail auf das Wohngebäude, in dem sich sechs schlafende Personen befanden. Zudem soll er ein drittes Brandgerät auf einsatzkräftige Polizisten und Feuerwehrleute geschleudert haben, als diese am Tatort eintrafen. Bei diesen Angriffen wurden keine Verletzungen gemeldet.
Die Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart geht von einem linksradikal motivierten Hintergrund aus. Die Ermittler argumentieren, Tobias K. habe zwar allein gehandelt, sei aber bereit gewesen, mehrere Menschenleben zu gefährden. Der Prozess ist auf vier Verhandlungstage angesetzt; mit einem Urteil wird Mitte April gerechnet.
Seit dem Anschlag verzeichnet die AfD in Baden-Württemberg einen Zuwachs an Unterstützung. Bei der Landtagswahl 2026 erzielte die Partei mit 18,8 Prozent der Stimmen ihr bestes Ergebnis aller Zeiten – ein Plus von 9,1 Prozentpunkten. Damit wurde sie zur stärksten Oppositionspartei, während die Debatte über Extremismus bundesweit an Fahrt aufnimmt.
Das Gericht muss nun klären, ob Tobias K. des versuchten Mordes und weiterer Vorwürfe im Zusammenhang mit den Angriffen von Oktober 2023 schuldig ist. Das Urteil wird nach vier geplanten Prozesstagen Mitte April erwartet. Der Fall spiegelt die Spannungen zwischen politischem Extremismus und öffentlicher Sicherheit in der Region wider.






