13 March 2026, 06:08

Berlin kämpft mit Bandengewalt, maroder Infrastruktur und politischen Skandalen

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer belebten Stadtstraße in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Fahrzeugen, einer Statue auf einem Gebäude, Polen, Schildern, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

Berlin ohne Rolltreppen - Was in der Hauptstadt noch läuft? - Berlin kämpft mit Bandengewalt, maroder Infrastruktur und politischen Skandalen

Berlin steht zu Frühlingsbeginn vor zahlreichen Herausforderungen. Die Stadt kämpft mit anhaltenden Infrastrukturproblemen, steigender Bandengewalt und den Nachwehen des Winters. Zwar haben die Behörden Maßnahmen ergriffen, doch Verzögerungen und Rückschläge prägen weiterhin den Alltag.

Eine Bandenfehde im Umfeld der türkischen Organisierten Kriminalität hat zu einer Welle von Schießereien in der Stadt geführt. Als Reaktion richtete das Landeskriminalamt eine Sondereinheit namens Ferrum ein, um die Gewalt einzudämmen. Der Einsatz der Einheit wurde nun um weitere sechs Monate verlängert.

Die Probleme im Öffentlichen Nahverkehr halten am Berliner Hauptbahnhof an, wo 147 Stufen die Fernbahnsteige von der S-Bahn trennen. Ursache sind defekte Rolltreppen – fast zwei Drittel der 52 Anlagen im Bahnhof fallen seit fast einem Monat aus. Die Reparaturen stocken wegen fehlender Ersatzteile, ein Fertigstellungstermin steht nicht fest.

Auch die Stadtreinigung ist überlastet. Trotz verschärfter Bußgelder für illegale Müllentsorgung, die im November 2023 eingeführt wurden, bleibt das Problem bestehen. Offizielle Statistiken zeigen jedoch einen Rückgang der gemeldeten Verstöße um 20 bis 30 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. Gleichzeitig liegt auf vielen Straßen noch Winterstreugut, dessen vollständige Beseitigung erst Mitte April erwartet wird.

Die Verkehrslage hat sich nach der Eröffnung eines drei Kilometer langen Abschnitts der A100 weiter verschärft. Nach zwölf Jahren Bauzeit konnte die neue Strecke die Staus nicht entlasten – unter anderem wegen gestiegenen Autoverkehrs und anhaltender Brückensperrungen.

Bürgermeister Kai Wegner leidet unter Imageverlusten nach dem sogenannten "Tennis-Gate"-Skandal. Kritik gab es, weil er während eines stadtweiten Stromausfalls Tennis spielte – ein weiterer Grund für die wachsende Unzufriedenheit mit ungelösten städtischen Problemen.

Die Berliner Behörden arbeiten an Lösungen, doch die Fortschritte bleiben zäh. Während die Spezialeinheit der Polizei die Bandengewalt bekämpfen soll, kämpfen Verkehr und Stadtreinigung mit Verzögerungen. Die Bürger müssen sich weiterhin mit den Folgen maroder Infrastruktur und politischer Kontroversen arrangieren.

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