BASF verkauft 4.400 Werkswohnungen in Ludwigshafen – Mieter fürchten Mietexplosion
Elias LehmannBASF verkauft 4.400 Werkswohnungen in Ludwigshafen – Mieter fürchten Mietexplosion
Chemiekonzern BASF plant Verkauf von 4.400 Werkswohnungen in Ludwigshafen bis 2027
Der Chemiekonzern BASF hat angekündigt, bis Anfang 2027 rund 4.400 unternehmenseigene Wohnungen in Ludwigshafen zu veräußern. Der Schritt stößt bei Kommunalpolitikern, Gewerkschaften und Mietern auf scharfe Kritik, die steigende Mieten und eine Verschärfung der Wohnungsmarktpolitik befürchten. Viele der betroffenen Wohnungen werden derzeit von BASF-Mitarbeitern oder Rentnern bewohnt.
Zum Verkaufspaket gehören 1.100 Eigentumswohnungen sowie ein Block von 3.300 Mietwohnungen. BASF versichert, dass betroffene Mieter sich mit Anliegen an das Unternehmen wenden können, und hat eine soziale Charta eingeführt, um den Übergang zu erleichtern. Diese sieht vor, dass keine Kündigungen ausgesprochen werden und Mieter über 70 Jahren ein lebenslanges Wohnrecht erhalten.
Etwa 70 Prozent der Wohnungen werden von aktuellen oder ehemaligen BASF-Beschäftigten bewohnt – ein Spiegel der engen Verbindung des Konzerns mit der Stadt, in der jeder fünfte Einwohner im Hauptwerk des Unternehmens arbeitet. Doch die Mieter fürchten, dass neue Eigentümer die Mieten erhöhen oder mieterfreundliche Regelungen abschaffen könnten.
Lokale Verantwortungsträger, darunter Ludwigshafens Oberbürgermeister sowie Landespolitiker, verurteilen die Entscheidung und warnen vor gravierenden Folgen für den örtlichen Mietmarkt. Die Linke fordert, dass Land und Kommune ein Vorkaufsrecht für die Immobilien erhalten. Unterdessen prüft die städtische Wohnungsbaugesellschaft GAG eine mögliche Übernahme, wobei der Deal jedoch mehrere hundert Millionen Euro kosten könnte.
Der Verkauf des BASF-Wohnungsbestands wird die Mietlandschaft in Ludwigshafen nachhaltig verändern. Mit Tausenden Wohnungen, die den Besitzer wechseln, bereiten sich Mieter und Kommunalbehörden auf mögliche Verschlechterungen bei Bezahlbarkeit und Wohnsicherheit vor. Entscheidend wird sein, wer die Immobilien übernimmt und ob bestehende Schutzregelungen erhalten bleiben.






